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Video: LED-Projektor Viewsonic X10-4K - Test

Der Viewsonic X10-4K ist ein heller und farbtreuer 4K-Projektor - und kann einen Smart-TV ersetzen.

Video veröffentlicht am
LED-Projektor Viewsonic X10-4K - Test

Lichtstark, farbtreu und transportabel - so bewirbt Viewsonic den Projektor X10-4K. Wir haben ihn getestet und sind - bis auf einige Kleinigkeiten - sehr angetan.

Das Datenblatt des X10-4K liest sich wie eine Wunschliste für einen modernen Heimkinoprojektor. Mit 125 Prozent Abdeckung des Rec 709 Farbraumes ist eine gute Bilddarstellung zu erwarten, er arbeitet mit langlebiger LED-Technik, die bis zu 30.000 Stunden Lampenlebensdauer verspricht. Mit 2.400 Lumen scheint auch der Helligkeitswert sehr gut zu sein, aber dazu später mehr.

Nach dem Auspacken fällt sofort die Rückseite auf, deren Abdeckung mit Magneten befestigt ist. Klappen wir sie zurück, finden wir als Anschlüsse S/PDIF, Audioklinke, zweimal HDMI 2.0 mit HDCP 2.2, USB-C, LAN, und USB 3.0. Zusätzlich sind ein weiterer USB-Port für die Stromversorgung und ein Micro-SD-Kartenslot vorhanden. Hinter einer Klappe können wir den mitgelieferten Wi-Fi-Stick einstecken. Alles in allem lässt der Projektor hier keine Wünsche offen. Was wir nicht ganz verstanden haben, ist die fehlende Magnethalterung an der Front - wir hätten uns gewünscht, die Linse mit der Kunstlederabdeckung beim Transport schützen zu können.

Insgesamt finden wir das Design des X10-4K aber sehr gelungen. Er sieht schick aus und ist schnörkellos. Das einzige Bedienelement - ein Klick-Drehrad auf der Oberseite - wirkt gut verarbeitet. Damit lässt sich der Projektor ein- und ausschalten und die Lautstärke regeln.

Auch die Infrarot-Fernbedienung macht auf den ersten Blick einen edlen Eindruck. Das ändert sich aber leider schnell, wenn man sie in die Hand nimmt. Sie ist sehr leicht, das Klick-Rad ist etwas wackelig, manchmal werden Tastendrücke nicht übermittelt. Die Lautstärkewippe ist zu schwergängig, wir halten sie für ein Gimmick, Tasten hätten es in diesem Fall auch getan.

Nach dem Anschalten hören wir eine Besonderheit des X10-4K: Er hat kräftige 2.1 Lautsprecher von Harman Kardon, die sich wohltuend vom blechernen Klang der meisten Projektoren abheben. Der Lüfter ist hörbar, aber nicht aufdringlich. Der Hersteller gibt hierfür Werte von 26 bis 30 Dezibel an.

Im wichtigsten Punkt kann der X10-4K überzeugen. Das Bild ist hell, der Kontrast kraftvoll und die Farben sind nicht übersättigt. Skeptisch waren wir vor allem bei der Herstellerangabe der Lichtstärke. Viewsonic bewirbt das Gerät mit 2.400 LED Lumen - und fügt hinzu: "Die LED-Lumen-Angaben wurden anhand der visuellen Wahrnehmung von ViewSonic-Projektionsexperten berechnet. LED-Lumen sind eine Metrik, bei der die Zahlen der LED-Projektion mit der einer lampenbasierten Projektion verglichen werden." Es handelt sich also nicht um ANSI-Lumen, die nach einem standardisierten Verfahren gemessen werden. Viewsonic gibt nämlich einen Wert von nur 1.000 ANSI-Lumen für den X10-4K an.

Das erscheint niedrig, wenn man es mit einem Projektor mit traditioneller Lichtquelle von demselben Hersteller vergleicht. Der Viewsonic PX 747 schafft über 3.000 ANSI Lumen. Er sollte also ein wesentlich helleres Bild auf die Leinwand werfen. Beim direkten Vergleich ist der Abstand allerdings wirklich erstaunlich gering. Der PX 747 wirkt keinesfalls dreifach heller, wie es zu erwarten wäre. Auch wenn wir der Angabe von LED-Lumen kritisch gegenüberstehen, weil sie nicht genormt ist, müssen wir doch in diesem Fall zugeben, dass die reine ANSI-Lumen-Zahl der Realität nicht gerecht wird. Ein weiterer Vorteil der LED-Lichtquelle ist der minimale Regenbogen-Effekt, der bei anderen Geräten von vielen Menschen als störend empfunden wird. Der Projektor beherrscht HDR 10 und 3D-Darstellung bei 1080p. An den Rändern gibt es leichte chromatische Abberationen und Unschärfen, die jedoch bei Projektoren in dieser Preisklasse normal sind. Die Auflösung von 3.840 mal 2.160 Pixeln ist nicht nativ, sondern wird durch Pixel-Shifting erreicht - auch das ist bei einem Preis von unter 1.500 Euro nicht anders zu erwarten.

Weil der X10-4K ein Kurzdistanzprojektor ist, reicht eine Entfernung von nur 1,77 Meter für ein 100 Zoll großes Bild. Nachteilig finden wir das Fehlen eines Zooms. Der Projektor muss also genau so positioniert werden, dass er die Leinwand ausfüllt. Ist das geschafft, übernimmt ein Autofokus die Scharfstellung zuverlässig. Auch die Perspektivkorrektur kann das Gerät automatisch erledigen, das funktionierte bei uns aber nur manchmal. Kein Problem, der entsprechende Punkt ist im Menü schnell gefunden. Für Spieler interessant: Der Inputlag beträgt bei unserer Messung 60 ms im Gaming-Modus.

Die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und reagiert zügig. Als Betriebssystem kommt Android zum Einsatz, jedoch ohne den Google-Playstore. Stattdessen ist ein alternativer Appstore installiert, Viewsonic selbst rät zum Einsatz eines Chromecast oder Fire-TV-Sticks. Aber selbst ohne externe Quellen deckt die vorbildliche Konnektivität des X10-4K von Bluetooth und 5GHz WLAN über Screensharing per Smartphone bis hin zur Sprachsteuerung alles ab, was man auch von einem Smart-TV im Jahr 2019 erwarten würde. Viewsonic hat dem Projektor sogar 16 Gigabyte internen Speicher spendiert, von dem 12 nutzbar sind.

Insgesamt finden wir nur wenige Kritikpunkte am Viewsonic X10-4k. Dazu zählt neben fehlendem Zoom und Lens-Shift vor allem die nicht wechselbare Lichtquelle. Auf der anderen Seite verbraucht der Projektor mit 140 Watt weniger Strom als traditionelle Geräte und ist quecksilberfrei. Die Lampenlebensdauer von bis zu 30.000 Stunden ermöglicht jahrelangen Filmgenuss - selbst bei intensiver Nutzung.

Bleibt der Preis: der ist mit 1.399 Euro UVP erfreulich niedrig für einen so gut ausgestatteten Projektor.

Lichtstark, farbtreu und transportabel - wir empfehlen den Viewsonic X10-4K für Gartenparty, Heimkino und zum Mitnehmen.

Rax 18. Jul 2019

Ein Vergleich mit dem sehr ähnlichen Optoma UHL50 wäre wohl interessant. Leuchtet das...


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