Abo

Video: Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test

Der Mercedes GLC F-Cell ist eines der wenigen Serienfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Wir haben das Auto getestet.

Video veröffentlicht am
Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test

Von außen betrachtet ist der Mercedes GLC F-Cell ein typisches SUV. Mit über vier Metern Länge und mehr als zwei Tonnen Gewicht macht er nicht den Eindruck, als sei er emissionsarm oder gar spritsparend. Aber unter der Haube steckt kein traditioneller Verbrennungsmotor. Der GLC F-Cell ist einer der wenigen Brennstoffzellen-Pkw auf dem Markt - und der einzige Plugin-Hybrid mit Brennstoffzelle.

Der Vorteil des Brennstoffzellenfahrzeuges ist, dass es genauso schnell betankt werden kann wie ein beliebiger Verbrenner. Vorausgesetzt, man findet eine passende Zapfsäule. Derzeit gibt es lediglich 71 solche Wasserstofftankstellen in Deutschland.

Das Auto hat zudem einen Akku, der eine Reichweite von rund 30 Kilometern ermöglicht. Er kann - schießlich ist das Auto ein Plugin-Hybrid - an der Steckdose oder einer Ladesäule geladen werden. Bei einer maximalen Ladeleistung von 7,2 Kilowatt dauert es aber immerhin etwa anderthalb Stunden, den Akku voll zu laden.

Was beim Einschalten als erstes auffällt: Anders als ein Elektoauto mit Akku, das komplett leise ist, klingt das Brennstoffzellenauto im ersten Moment wie ein Ufo. Grund ist ein hoch drehender elektrischer Turbolader, der Luft aus der Umgebung für die Brennstoffzelle ansaugt.

Mercedes hat seinen GLC F-Cell mit Bedienelementen geradezu überfrachtet. Das erinnert schon fast an das Cockpit eines Flugzeugs. Die Funktionen erweisen sich als nützlich, doch erscheint es uns so, als wäre das Usability-Konzept sehr vom Ingenieursstandpunkt her gedacht.

Wie andere Elektroautos ist auch der Mercedes GLC F-Cell in der Fahrt sehr leise. Dank des Gewichts und der relativ breiten Reifen liegt das Auto gut auf der Straße. Nach Aussagen den Herstellers sowie unseren eigenen Erfahrungen sind 300 Kilometer eine realistische Reichweite auf der Autobahn. Bei 160 Kilometern pro Stunde ist der Wagen angeblich abgeriegelt. Wir schaffen laut Tacho rund zwölf km/h mehr. Dabei ist der Mercedes zwar agiler als die meisten Verbrenner, aber längst nicht so antrittsstark wie etwa ein Tesla.

Wir haben auf einer 185 Kilometer langen Fahrt, auf wir der zum Teil zügig auf der Autobahn gefahren sind, aber auch auf der Landstraße und in der Stadt unterwegs waren, etwa 1,7 Kilogramm Wasserstoff verbraucht. Bei einem Wasserstoffpreis von 9,50 Euro pro Kilogramm ist der GLC F-Cell im Betrieb nicht günstiger als ein Benziner und teurer als ein herkömmliches Elektroauto.

Der GLC F-Cell soll nur in einer Kleinserie von wenigen hundert Stück gebaut werden. Die werden auch nicht verkauft, sondern für knapp 800 Euro im Monat verleast.

Folgen Sie uns