Video: Polestar 2 Probe gefahren

Wir sind mit dem Polestar 2 eine längere Strecke gefahren und waren von dem Elektroauto von Volvo angetan.

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Polestar 2 Probe gefahren

Der Polestar 2 ist das erste Elektroauto aus dem Haus Volvo. Es ist eine Limousine der oberen Mittelklasse, in der fünf Personen bequem Platz finden. 

Der Wagen hat einen Vierradantrieb mit zwei Motoren – zusammen bringen sie eine Leistung von 300 Kilowatt und ein Drehmoment von 660 Newtonmeter. Aus dem Stand beschleunigt das Auto in weniger als fünf Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 205 km/h.

Das Design ist schick und sehr Volvo-mäßig - mit klaren Formen und Linien. In der Limousine mit Schrägheck steckt ein riesiger Kofferraum. Praktisch ist, dass die eigenen Ladekabel nicht in einem Fach unter der Ladefläche lagern.

Sensoren erkennen, wenn jemand am Lenkrad Platz nimmt - damit wird der Wagen aktiviert. Die Fahrtrichtung lässt sich mit einem schicken Hebel in der Mittelkonsole wählen.

Mit seinem gut 2,1 Tonnen liegt das Auto gut auf der Straße. Durch das Panoramadach scheint die Sonne, der Sound der Anlage ist gut, kein Motorengeräusch stört die Musik - so macht Autofahren Spaß.

Das reduzierte, skandinavische Design setzt sich auch im Innenraum fort. Wie viele moderne Fahrzeuge hat auch der Polestar einen Tablet-großen Bildschirm in der Mitte. Darüber werden viele Funktionen des Fahrzeugs gesteuert: Lüftung und Heizung, Fahrzeugeinstellungen und Assistenzsysteme, Musik und die Navigation.

Statusgemäß ist das Auto mit diversen Assistenzsystemen ausgestattet, um Abstand und die Spur zu halten beispielsweise. Verkehrszeichen werden erkannt und auf der Instrumentenanzeige eingeblendet. 

Physische Bedienelemente hingegen gibt es praktisch keine: Außer dem Wahlhebel für die Fahrtrichtung ist auf der Mittelkonsole ein Schalter und Lautstärkeregler für die Musik, den Schalter für den Warnblinker zu finden sowie zwei Schalter um die Front- und Heckscheibe, wenn sie beschlagen sind, wieder frei zu bekommen.

Kritikwürdig fanden wir die Software: Der Polestar 2 ist das erste Auto, das mit Googles Betriebssystem Android Automotive ausgestattet ist.  Teilweise war die Navigation ungenau, lag das Ziel nicht genau, wo das System es verortete. Auch die im System hinterlegten Ladepunkte stimmten nicht immer.  Als ernstlich problematisch entpuppte sich die Verkehrszeichenerkennung: Sie erkannte des öfteren die Auflösung einer Geschwindigkeitsbegrenzung nicht. In manchen Tempo-30-Zonen zeigte das System 50 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit oder sie zeigte Geschwindigkeitsbegrenzungen an, wo keine waren.

Volvo hat den Polestar mit einem Schnelllader ausgestattet, der bis zu 150 Kilowatt aufnimmt. Nach etwa einer Minute ist diese Leistung auch erreicht. Nach etwa elf Minuten hat der Akku schon 40 Prozent.

Die Limousine der oberen Mittelklasse kostet knapp 58.000 Euro vor Abzug der Umweltprämie. Das Auto ist absolut alltagstauglich. Wegen der Fahreigenschaften und des großen Akkus machen auch große Touren mit dem Polestar Spaß. Lediglich an der Software sollte der Hersteller noch feilen.  

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