Video: Linux-Smartphone Pinephone im Test

Das Pinephone ist das erste echte Linux-Smartphone seit rund 5 Jahren und dazu noch von einer Community erstellt. Das ambitionierte Projekt scheitert letztlich aber an der Realität.

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Linux-Smartphone Pinephone im Test

Die Hardware-Ausstattung des Pinephones hat uns positiv überrascht.  Es handelt sich um das erste echte Linux-Smartphone seit rund fünf Jahren, das diese Bezeichnung verdient. Klar ist aber auch, dass die Verarbeitungsqualität dennoch nicht an aktuelle Android-Geräte der große Konzerne herankommt. Das Pinephone fühlt sich im Vergleich dazu einfach klobig an und die Plastikrückseite wirkt billig.

An der Komponenten-Auswahl können wir für den Preis des Pinephones eigentlich nur kritisieren, dass die verbaute Mali-GPU wohl oft einfach nicht ausreicht. Auch das fehlende 5-GHz-Wlan ist schlicht nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Ebenso würden wir uns deutlich bessere Kameras wünschen.  Auf Seiten der Software hingegen ist das Pinephone für uns irgendwo zwischen unbrauchbar und witzigem Linux-Bastelprojekt für lange Herbstwochenenden angesiedelt.

Als Oberfläche nutzt unser Pinephone standardmäßig Phosh, was für Phone Shell steht. Die Phosh-Oberfläche zeigt am oberen Displayrand eine Statusleiste mit Mobilfunkverbindung, Wlan, Bluetooth, Uhrzeit und Akkuladestand. Beim Tippen darauf erscheint ein Schnellwahlmenü für diese Funktionen.

Beim Tippen auf einen Pfeil am unteren Bildschirmrand erscheint eine Übersicht der installierten Anwendungen sowie der geöffneten Anwendungen, durch die per Wischbewegung gescrollt werden kann.

Für uns wirklich störend ist die Vielzahl der Anwendungen, die nicht vorhanden beziehungsweise noch nicht an das Smartphone-Format angepasst sind. Das gilt etwa für den Firefox-Browser, der im Grunde nur eine leicht angepasste Variante der Desktop-Version ist und mit den mobilen Firefox-Versionen für Android oder iOS nichts gemein hat.

Uns fehlen ebenso Apps, die eigentlich Standard auf einem Smartphone sein sollten, wie zum Beispiel ein E-Mail-Client. Außerdem ärgern wir uns auch immer wieder mal über verschiedene Macken des Systems.  Bei der Nutzung des mitgelieferten USB-C-Docks haben wir je nach Monitor und angeschlossener Peripherie ebenfalls mit Fehlern zu kämpfen. 

Zur Nutzung im Alltag ist das Gerät nicht geeignet. Darauf weisen die Pinephone-Macher auch selbst hin und bezeichnen die Software als Alpha-Status. Mittelfristig ist zwar davon auszugehen, dass die Beteiligten es schaffen, noch bestehende Probleme zu lösen. Wir sind uns jedoch in der Redaktion trotzdem nicht einig darüber, ob sich dieser Aufwand überhaupt lohnt, oder ob nicht doch besser eine freies Android-ROM mit freien Treibern auf die Geräte portiert werden sollte.

Interessierte, die sich davon nicht abschrecken lassen, können sich das Pinephone bestellen und wie wir anfangen zu basteln. Alle anderen sollten besser die Finger davon lassen.

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