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Video: Golem.de besucht Pininfarina (Reportage)

Golem.de hat bei Pininfarina in Turin hinter die Kulissen geschaut und sich mit den Designern des Elektrosportwagens PF0 unterhalten.

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Golem.de besucht Pininfarina (Reportage)

Pininfarina macht ein Geheimnis aus dem Sportwagen. Bislang gibt es nur Zeichnungen und ein Foto. Schließlich wird es das erste Modell der eigenen Marke Automobili Pininfarina. Offiziell wird es erst im März 2019 auf dem Genfer Autosalon präsentiert. Von dem Sportwagen werden nur 150 Exemplare gebaut. Arbeitstitel bisher: PF Zero.

Golem.de reiste bereits Ende November nach Turin, um einen Blick hinter den Vorhang des berühmten Design-Studios in Cambiano zu werfen. Pininfarina gab in 88 Jahren Firmengeschichte rund 1.600 Automodellen und unzähligen Concept Cars ihre Form. In erster Linie waren das schnelle Sportwagen mit kraftvollen Benzinmotoren. Da hat Paolo Pininfarina, Enkel des Gründers, gleich die erste Überraschung parat:

O-Ton 0:53: Paolo Pininfarina, Aufsichtsrat Pininfarina SpA

Eine klare Ansage. Damit erfindet sich der Karosseriebauer in mehrfacher Hinsicht neu. Begonnen hat alles 1930. Battista Farina ist Handwerker, er weiß, wie man Bleche formt. Mit 37 Jahren gründet er das Unternehmen und liefert Autoherstellern neben der Form auch gleich die fertige Karosserie. Warum er den Spitznamen „Der Kleine“ – Pinin – trug, wird deutlich, wenn man ihn neben Enzo Ferrari sieht. Einem seiner ersten Kunden. Der Spitzname wird 1961 offiziell Teil des Nachnamens und der Firmierung. Doch das F-Logo bleibt bestehen.

Pininfarina entwickelt sich zum Inbegriff italienischen Sportwagen-Designs. Selbst Rennwagen entwirft man in Cambiano. Den Erfolg beim Gestalten von Autos übertragen die Italiener auf Fahrräder, Jachten, Häuser und Lifestyle-Produkte. Doch es bleibt ein schwankendes Projektgeschäft. 2015 übernimmt die indische Mahindra Group die Mehrheit bei Pininfarina. Den Namen Mahindra kennt man aus der Formel E. Anand Mahindra verspricht Paolo Pininfarina, den Traum seines Großvaters Wirklichkeit werden zu lassen: Ein eigenes Auto. So entsteht im Frühjahr 2018 das Unternehmen Automobili Pininfarina.

O-Ton 2:35: Michael Perschke, CEO Automobili Pininfarina

Der limitierte Sportwagen kostet 1,9 Millionen Euro. Auch die übrigen Werte sind beeindruckend: unter zwei Sekunden auf 100 km/h, in 12 Sekunden auf 300, 350 km/h Spitze. Der PF0 hat eine Reichweite von knapp unter 500 Kilometern, 2.300 Newtonmeter Drehmoment und 1.900 PS – doppelt so viel wie in einem Formel-1-Rennwagen. Wie macht man so ein Geschoss für normale Menschen fahrbar? O-Ton 3:57: Nick Heidfeld, Ehemaliger Formel 1 und Formel E Rennfahrer Die Italiener werden nicht alles selbst entwickeln. Der Antriebsstrang kommt von Rimac und auch bei der Batterietechnologie kooperiert man mit der kroatischen Manufaktur. Hier präsentieren sie ihr System für den Rimac Concept Two beim diesjährigen Autosalon in Genf.

Pininfarina konzentriert sich in erster Linie auf die Gestaltung des Sportwagens. Hier freut sich Design Director Luca Borgogno über neu gewonnene Freiheiten.

O-Ton 5:07: Luca Borgogno, Design Director

Der PF0 ist ein weißes Blatt. Doch mit den diversen automobilen Denkmälern im Rücken spürt Borgogno schon manchmal den Druck, der auf ihm lastet. Bereitet ihm das schlaflose Nächte?

O-Ton: Luca Borgogno

Was ich in Cambiano sah, wirkt absolut nach der richtigen Reihenfolge. In kleinem Kreis und ohne Kamera wurde das blaue Tuch vom PF0 entfernt. Auch den Innenraum konnte ich mir per Virtual-Reality-Brille anschauen. Automobili Pininfarina schlägt im High-End-Bereich ein neues Kapitel auf. Freuen wir uns auf den schnellsten italienischen Sportwagen, der jemals gebaut wurde.

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