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21.12.2014 / 12:00

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Day of the Tentacle (1993) - Golem retro_

Es sieht aus wie ein Cartoon, vollgepackt mit Slapstick-Animationen und Witz, ist aber das achte Scumm-Adventure von Lucas Arts. In der fünften Episode von Golem retro_ treten wir gegen mutierte Tentakel an.

Day of the Tentacle (1993) - Golem retro_

Video: Day of the Tentacle (1993) - Golem retro_ (7:30)

Prolog

Als Spieler 1985 erstmals die Tentakelwesen aus Maniac Mansion erblickten, ahnten sie wohl kaum, dass die Mutanten einmal die zentralen Kultwesen eines eigenen, ihnen gewidmeten Adventures werden würden. Doch bereits acht Jahre später brachte Lucas Arts das Purpur-Tentakel des ersten echten Point-and-Click-Adventures an die Macht.

Aus heutiger Sicht

Der Spieler übernahm in Day of the Tentacle die Rolle von drei College-Studenten: Bernard, Hoagie und Laverne. Ihre Aufgabe war es, mit Hilfe einer Zeitreise das Purpur-Tentakel davon abzuhalten, überhaupt zu mutieren. Die Zeitreise ging allerdings schief: Hoagie landete in der Vergangenheit, Laverne in der Zukunft und Bernard in der Gegenwart. Die Interaktion der drei Protagonisten bestimmte den Großteil des Adventures. So änderten Handlungen in der Vergangenheit selbstverständlich die Gegenwart und die Zukunft. Der Spieler musste sich deshalb immer die Fragen stellen: Wie kann ich die Zukunft verändern, und wie verändern sich Gegenstände und Personen über die Zeit?

Laverne war beispielsweise mit ihrer Zeitmaschine in einem Baum gefangen. Rocker Hoagie musste deshalb George Washington davon überzeugen, diesen Kirschbaum zu fällen, damit Laverne in der Zukunft überhaupt spielbar wird.

Bernard, der einzige bekannte Charakter und Rückkehrer aus Maniac Mansion, machte sich in der Gegenwart daran, allerlei Utensilien aufzusammeln und sie seinen Freunden durch die Zeitreise-Toilette zukommen zu lassen.

Laverne wurde vom Spieler durch die vom Purpur-Tentakel unterworfene Zukunft dirigiert und konnte dort die Auswirkungen der Taten ihrer beiden Kommilitonen aus einem Logenplatz betrachten. Ihre primäre Aufgabe bestand darin, einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen.

Auf den ersten Blick sah Day of the Tentacle aus wie eines von vielen Point-and-Click-Adventures der frühen 90er Jahre. Das Gameplay basierte auf den traditionellen Säulen des Genres: Mutliple-Choice-Dialoge, Erkundung und Experimentierfreude.

Beim genaueren Hinsehen bot es aber einige Eigenheiten, die es besonders machte. So war es das erste Lucas-Arts-Adventure, das direkt in einer CD-Version mit Sprachausgabe erschien. Der Fokus bei der Erstellung der Dialoge lag auf der kompletten Vertonung des Spiels und häufigen Zwischensequenzen. Day of the Tentacle war dadurch streckenweise wie ein Comic zum Mitspielen, der die Erkundung der Spielwelt mit Sequenzen und viel Slapstick belohnte.

Das Spieldesign war recht offen gestaltet und ermöglichte es, das Comic-Abenteuer relativ frustfrei zu erleben. Während die Protagonisten älterer Adventures sterben oder an einen Punkt gelangen konnten, an dem das Abenteuer nicht mehr zu lösen war, gab es in Day of the Tentacle immer ein Weiterkommen.

Damit war das Spiel einsteigerfreundlicher als andere Adventures und folgte dem ersten Serienteil. Maniac Mansion revolutionierte das Genre nämlich primär durch das grafische User Interface und macht es ebenfalls zugänglicher.

Technik und Entwicklung

Day of the Tentacle war das achte Spiel auf Basis der SCUMM-Engine, die Ron Gilbert Mitte der Achtziger für Maniac Mansion entwarf. Es war das letzte Adventure seiner Art, bei dem das Interface unterteilt wurde. Der obere Bereich zeigte die Spielgrafiken an, am unteren Bildschirmrand waren die Interaktionsmöglichkeiten und das Inventar platziert. Die Handlungen waren dabei, verglichen mit den Vorgängern, schon reduziert und das Inventar mit 2D-Sprites realisiert, die sich durch Drag-and-Drop in die Spielwelt ziehen ließen. Lucas Arts wechselte bei den folgenden Adventures für das Inventar zu einem Extrabildschirm und ermöglichte das Durchschalten der Handlungen über den Rechtsklick.

Serienschöpfer Ron Gilbert war bei Day of the Tentacle nur in der Entwurfsphase und an den Dialogen beteiligt. Hauptverantwortlich entwickelten und designten es Tim Schafer und Dave Grossman. Das Duo legte großen Wert auf den Humor und den comichaften Look. Das Spiel unterschied sich optisch stark von den realistischeren Indiana-Jones-Adventures und Monkey-Island-Spielen oder den Konkurrenzproduktionen von Sierra.

Day of the Tentacle erschien hierzulande in einer lokalisierten Fassung mit deutscher Sprachausgabe. Während die deutschen Stimmen noch in Ordnung gingen, wurde bei der Übersetzung stellenweise geschlampt. So waren einige Rätsel schwieriger zu lösen als in der Originalfassung, und der Wortwitz einiger Gags ging ebenfalls verloren.

Day of the Tentacle heute spielen

Wie die meisten Point-and-Click-Adventures ist auch Day of the Tentacle ein zeitloses Vergnügen. Der comichafte Look sieht noch ansprechend aus, und durch die von Beginn an geplante Sprachausgabe haben auch die Dialoge eine äußerst angenehme und unterhaltsame Länge.

Heute wie früher wird es nur dann nervig, wenn man bei einem Rätsel nicht genau weiß, welches Objekt in welcher Zeitzone angewendet werden muss. Dann klickt man stundenlang in der Vergangenheit herum und quasselt mit George Washington, während man einfach nur ein Stück Papier in der Zukunft aufheben muss.

Ansonsten ist an dem humorigen Zeitreiseabenteuer von Bernard, Hoagie und Laverne aber wenig auszusetzen. Durch die recht kompakte Spieldauer ist es wie ein Kultfilm alle paar Jahre wieder für ein erneutes Erleben gut.

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TITUZ 28. Jan 2015

Mein erstes eigenes Computerspiel und liebe es noch immer! Schade das DOTT2 The Return of...


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