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24.12.2017 / 07:59

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Micomsoft xRGB mini Framemeister - Golem retro_

In dieser Hardware-Spezialausgabe erklären wir das Herzstück unseres retro_-Setups, den xRGB mini alias Framemeister.

Micomsoft xRGB mini Framemeister - Golem retro_

Video: Micomsoft xRGB mini Framemeister - Golem retro_ (7:19)

Micomsoft xRGB mini Liebe für alle Pixel Alte Auflösungen wie 240p oder 480i sehen auf modernen Fernsehern häufig furchtbar aus. Der Framemeister präsentiert sie dagegen stets im passenden Gewand. Höchste Zeit, das Herzstück unseres Retro-Formats in dieser Spezial-Ausgabe vorzustellen.

Einleitung

Der Framemeister wurde für einen spezifischen Zweck entwickelt: Er generiert das bestmögliche digitale Bild aus alter Spiele-Hardware für moderne Fernseher. Denn die haben mit den Konsolen und Heimcomputern aus der Zeit vor der Jahrtausendwende nämlich meist ein großes Problem. Sie interpretieren das anliegende Videosignal falsch. Das seinerzeit übliche analoge 240p-Videosignal behandeln sie wie 480i und skalieren es dementsprechend. Das Resultat sind verwaschene Pixel, grobe Konturen und eine hohe Eingabeverzögerung.

Micomsofts xRGB Mini nimmt analoge Videosignale über Composite, S-Video, RGB oder Komponente entgegen, interpretiert sie korrekt und skaliert auf 480p, 720p oder 1080p über HDMI. Auch einige Computer-übliche-Auflösungen werden angeboten, um den Scaler an Monitoren leichter verwenden zu können.

Die Ergebnisse, die der Framemeister liefert, sind spektakulär. Mit einem sauberen RGB-Signal und hochwertigen Kabeln steht die Bildausgabe einem nativ berechneten Bild von Emulatoren in nichts nach. Wer die optionalen Scanlines aktiviert, erhält einen noch authentischeren Retro-Look, der uns besonders bei der Ausgabe auf 720p vollends überzeugt.

Der Reiz vom Framemeister ist die Nutzung der Originalhardware für das Abspielen klassischer Spiele, beispielsweise vom NES, Mega Drive, der Playstation oder dem Neo Geo. Auch wenn die Emulation alter Hardware stetig besser wird, eine hundertprozentige Kompatibilität wird nur selten erreicht. Auf gut erhaltener Originalhardware läuft dagegen alles in der richtigen Geschwindigkeit: Scrolling, Bildrate, Soundausgabe sind so, wie sich das die Entwickler einst gedacht haben.

Dass vergleichbar authentische Erlebnisse auch bei heutigen selbst offiziellen Emulatoren nicht erreicht werden, haben wir in unseren Tests zur Nintendos-Classic-Mini-Reihe herausgefunden. Und auch bei Sonys Emulation alter Playstation-Spiele oder Microsofts Emulation gibt es zuweilen nervige Unterschiede.

Der Framemeister im Alltag

Der Framemeister muss in Deutschland aus Japan importiert werden. Sein Preis fluktuiert um 300 Euro. Europäische Spieler müssen sich zusätzlich ein eigenes modulares Netzteil besorgen und darauf achten, dass sie die Variante mit RGB-Euro-Scart-Adapter bestellen. Der Framemeister wird nämlich normalerweise mit einem Adapter für den optisch identischen JP-21-Adapter vertrieben, dessen Nutzung mit den in Deutschland üblichen Kabeln zu Hardware-Defekten führen kann.

Spieler sollten sich folgende Anschlusshierarchie merken: Das schlechteste Signal bietet der gelbe Composite-Stecker, bei dem alle Bildinformationen in einem Bündel übertragen werden. Etwas besser wird es mit S-Video. Hier werden bereits Farbinformationen unabhängig von der Helligkeit übertragen. Das bestmögliche Bild gibt es über RGB und Komponente. Hier werden die Farben getrennt in roten, grünen und blauen Kanälen gesendet.

Alte Heimcomputer, wie der in Deutschland beliebte Commodore 64 werden im Idealfall über S-Video angeschlossen, europäische Spielekonsolen waren in der Regel RGB-fähig. Nur das NES bietet in der Standard-Ausführung nur Composite, das Nintendo 64 maximal S-Video. Für beide Konsolen existieren aber RGB-Modifikationen.

Bereits in den Standardeinstellungen wertet der Framemeister die anliegenden Signale gekonnt auf. Wer aber das bestmögliche Bild für jede Plattform erzielen will, muss sich mit den verschachtelten Optionen vertraut machen. Über die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung kann von der Skalierungsinterpretation, dem Sync-Level, dem Schwarzwert bis hin zum Zoomen und Verschieben alles fein justiert werden. Das ist maximal fummelig und hat uns über die vergangenen Jahre schon Tage und Wochen gekostet.

Glücklicherweise hat der Scaler seit seinem Erscheinen bereits mehrere Firmware-Updates und so nicht nur eine englische Übersetzung der Menüs, sondern auch Profile erhalten, die der Nutzer separat sichern kann. Für NTSC-Konsolen gibt es inzwischen sehr gut voreingestellte Profile zum Download im Netz. Der Pixelpurist erstellt zum Beispiel Profile, die auf dem Prinzip des Integer-Scaling basieren, also dem pixelgenauen Vergrößern der ursprünglichen Auflösung.

Während 240p-Signale primär skaliert werden, muss der Framemeister bei 480i-Signalen die fehlenden Zeilen berechnen, um ein progressives Ergebnis an den HDTV zu senden. Der Deinterlacer von Micomsoft macht einen guten Job. Nur in extrem schnellen Spielen sind sogenannte Combing-Artefakte noch sichtbar. Wer eigenhändig seine Einstellungen tunen will, sollte darauf achten, dass für 240p-Quellen das Bildprofil Picture als Basis genommen wird. Für 480i-Signale eignet sich Video am besten.

Alternativen zum Framemeister

Alternativen gibt es noch immer nur wenig. Der Open Source Scan Converter, kurz OSSC, gilt als etwas günstigere ebenfalls hochwertige Lösung. Für Spieler, die nicht gleich ein halbes Spiele-Museum ansammeln wollen und sich nur auf ein oder zwei Konsolen konzentrieren sind auch direkt eingebaute HDMI-Modifikationen eine sehr interessante Lösung.

Das NES-HDMI-Board des Bastlers Kevtris übertrifft beispielsweise die Ausgabe vom Framemeister. Das gleiche gilt für den Ultra-HDMI-Mod für das Nintendo 64.

Natürlich ist es ebenfalls möglich sich einen guten alten Röhrenfernseher hinzustellen und auf ihm, wie früher zu spielen. Dann gibt es keine Eingabeverzögerung und abhängig vom TV-Hersteller auch die hübschesten Scanlines. Für die kompromisslos beste Bildqualität - wenn auch auf kleiner Bildfläche - sind PV- und Sonys BV-Monitore die erste Wahl.

Fazit

Die Einarbeitungsphase mit dem Framemeister hat wenig mit dem eigentlichen Plug-&-Play-Prinzip der altehrwürdigen Konsolen zu tun. Es ist schon ein merklicher Unterschied zum simplen Einstöpseln der Kabel in einen klassischen Röhrenfernseher. Mindestens ein paar Stunden sollten sich Nutzer mit der Hardware und den Basis-Optionen vertraut machen.

Mit den richtigen Einstellungen kann der Framemeister die Darstellung von früher sogar übertreffen. Vor allem dann, wenn man sein Potential und die Optionen voll ausnutzt. Wir lieben es zum Beispiel, alte Gameboy-Spiele über das Super Nintendo und den Super Game Boy 2 in perfektem fünffachem Integer-Scaling im korrekten Seitenverhältnis auf den Fernseher zu bringen. In diesen Momenten verbindet der Framemeister das beste von früher, nämlich die Haptik beim Modulwechsel und die Original-Controller mit dem stabilen digitalen Bildsignal von heute und das mit allen erdenklichen Systemkombinationen ...

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