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Video: 3D-Druck für Big Jim - ausprobiert

Video veröffentlicht am
3D-Druck für Big Jim - ausprobiert

Wir haben 3D-Druckdienste getestet, um neue Köpfe für Actionfiguren der Big-Jim-Reihe zu erschaffen.

Auf das erste Problem stoßen wir schon bei den nötigen Grundlagen für den Druck: Wir brauchen eine geeignete 3D-Datei als Vorlage, um daraus neue Köpfe zu erschaffen, die zum 80er-Jahre-Look passen und sich auf das Nackengelenk der Figur aufstecken lassen. Unsere Versuche mit diversen Scanner-Apps für Android-Smartphones scheitern alle kläglich.  

Also muss geeignete Hardware her. Ein einfacher Handscanner von dem chinesischen Hersteller XyzPrinting bringt uns nicht weiter, weil die Auflösung viel zu niedrig ist.

Wir wenden uns daher an das Unternehmen Figur3D. Der Scan sieht gut aus und ist ein brauchbares Abbild des Originals.

Zuerst testen wir beim Toom-Baumarkt, wie Big-Jim-Köpfe sich in Alumide und Stahl realisieren lassen, zunächst noch ohne Farbe.

Rund drei Wochen später erhalten wir das Paket mit den beiden Köpfen. Die Modelle sind detailgetreu und sehen aus, als hätte sich Big Jim in Metall und Sand verwandelt.

Unser Versuch, die vorhandene 3D-Datei des Actionfigurkopfes von Toom ändern zu lassen, um drei neue Köpfe zu schaffen, die sich nicht nur im Material, sondern auch in Form und Textur unterscheiden, bleibt jedoch erfolglos.

Das Unternehmen Figur3D hilft uns erneut. Dort geben wir nun auch das Modellieren der drei Köpfe nach unseren Entwürfen in Auftrag.  

Doch 3D-Farbdrucker gibt es bisher kaum: Unsere Modelle geben wir zum Druck bei Conrad Electronic und Sculpteo in Auftrag. Von Conrad kommt leider eine Absage. Die Wände seien zu dünn, und das Mesh habe unverbundene Kanten, gedrehte Normalvektoren und Selbstdurchstoßungen. Hier geht es also nicht weiter.

Bei dem französischen Unternehmen Sculpteo steht als Farbdruckverfahren verklebter Gips zur Auswahl, was mit der Technik des Pulververklebens realisiert wird.

Modelle aus verklebtem Gips seien aber nicht flexibel und robust und sollten keiner mechanischen Belastung ausgesetzt werden, mahnt der Anbieter. Der Upload erfolgt komfortabel, und die Köpfe erreichen uns nach rund drei Wochen. Sie haben schöne kräftige Farben und gleichen unseren Entwürfen ziemlich genau. Durch anfängliche Fehler in unseren Dateien sind die Ausdrucke aber nicht unten offen und innen nicht hohl, sondern massive Gipsplastiken.

Kurz vor Ende unseres Tests tritt Media Markt auf den Plan: mit einem neuen 3D-Scan-Verfahren auf Basis des universellen 3D-Farbdruckertreibers Cuttlefish, der vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde.

Wir lassen die Wandstärke verdichten und weitere Fehler lösen und wagen einen neuen Versuch. Die Köpfe innen hohl auszudrucken, erfordert einige Wochen Optimierung - und das Ergebnis ist großartig.

Es war ein sehr teurer, langer und mühevoller Weg, um von der Idee für drei coole Köpfe für Actionfiguren wirklich zum Ergebnis zu kommen. Spaß gemacht hat es dennoch. 

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