Abo
15.04.2016 / 12:41

Video

Wie sicher sind Fluggastdaten - Interview

Zahlreiche Stellen wollen Zugriff auf Fluggastdaten. Doch wie sind die überhaupt gespeichert - und wie sicher ist das System? Das klären wir im Interview mit dem PNR-Experten Edward Hasbrouck.

Wie sicher sind Fluggastdaten - Interview

Video: Wie sicher sind Fluggastdaten - Interview (3:48)

Lange bevor wir in den Flieger steigen, begeben sich zahlreiche Daten auf die Reise – oft rund um den Globus. Um Flugbuchungen abwickeln zu können, müssen private Informationen gespeichert und verarbeitet werden.

Das geschieht in Buchungssystemen von Unternehmen wie Sabre und Gallileo - bereits seit den 60er Jahren. In den sogenannten Passenger Name Records sind Informationen wie der Name des Passagiers, aber auch Informationen über die genutzte Kreditkarte, mit dem Flug gemeinsam gebuchte Hotels und Mietwagen sowie die Essenswünsche der Passagiere gespeichert.

Die Systeme sind für die Nutzer leicht zu bedienen – doch es gibt auch Sicherheitsprobleme. Wir haben mit dem PNR-Experten Edward Hasbrouck darüber gesprochen: Er wohnt in San Francisco und setzt sich seit Jahren für mehr Datenschutz beim Fliegen ein.

[ANFANG INTERVIEW]

"Ich habe über 15 Jahre lang in Reisebüros gearbeitet, die sich auf komplizierte internationale Reisen spezialisiert haben. Das war während der Zeit, als wir von einem Reisebüro vor Ort zu einem Online-Reisebüro wurden. Als einer der Experten für Reservierungen und Tickets habe ich gemeinsam mit Programmierern Online-Buchungssysteme entwickelt."

"Die Betreiber der Buchungssysteme bieten bereits seit den 60er Jahren eine Art 'Software as a Service'-Dienstleistung an. Die Systeme arbeiten mit aggregierten, zentral gespeicherten Daten, als Dienstleistung für mehrere 10.000 Unternehmen. Das war eine Art frühes globales Cloudcomputing-System.

"Mehr als 20 Jahre lang waren diese vernetzten Buchungssysteme der Fluglinien das größte globale Echtzeit-Computernetzwerk. Erst in den 1980er Jahren wurde das Internet größer."

"Die meisten Fluglinien nutzen eines von nur vier globalen Systemen. Weil es keine Zugriffsprotokollierung gibt, kann niemand nachvollziehen, wer welche Daten wann von wo aus eingesehen hat."

"Nur mit dem sechsstelligen Buchungscode und dem Nachnamen kann jeder, der über diese Informationen verfügt, die weiteren Reisedaten einsehen oder die Buchung verändern."

"Dann könnte ich herausfinden, wie viel Zeit ich noch habe, um dein Haus auszurauben oder schauen, welche Stationen auf der Reise als nächstes angeflogen werden – und das zum Beispiel für Industriespionage nutzen."

[ENDE INTERVIEW]

Daten aus den Passenger Name Records sollen der EU künftig bei der Terrorbekämpfung helfen. Das EU-Parlament hat am 14. April einer entsprechenden Richtlinie zugestimmt. Bürgerrechtler bezweifeln, dass diese Daten tatsächlich dabei helfen können, Kriminelle und Terroristen aufzuspüren

Code zum Einbetten des Videos

  1.  x 
  2. 320 x 180
  3. 640 x 360

Teilen


Verwandte Artikel

  1. Flying Fish: US-Uni arbeitet an Nurflügler-Drohne für Wasser und Luft

  2. Terrorismusbekämpfung: Fluggastdatenabkommen mit Kanada darf nicht in Kraft treten

  3. EU-Datenschutzreform: Bitkom warnt Firmen vor Millionen-Bußgeldern

  4. Cloud: IBM bringt die Datenmigration im 120-Terabyte-Koffer

  5. Mainframe-Prozessor: IBMs z14 mit 5,2 GHz und absurd viel Cache

Verwandte Themen

  1. Cloud Computing
  2. Cookies
  3. Datenschutz
  4. IBM
  5. Lufthansa
  6. Security
  7. Server-Applikationen
Anzeige
Anzeige
Stellenmarkt
  1. Schwarz Dienstleistung KG, Neckarsulm
  2. operational services GmbH & Co. KG, Berlin, Dresden
  3. Hessisches Landeskriminalamt, Wiesbaden
  4. SQS Software Quality Systems AG, Gifhorn-Weyhausen, Köln, Frankfurt, München, Hamburg, deutschlandweit

Folgen Sie uns
       


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige