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05.09.2016 / 12:01

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Next Thing Chip - Test

Als der Bastlerrechner Chip angekündigt wurde, unterbot er alle bisherigen Preise. Doch schon der Verzicht auf einen HDMI-Ausgang deutet auf einen Computer hin, der nicht alle Ansprüche bedienen will und kann.

Next Thing Chip - Test

Video: Next Thing Chip - Test (2:24)

9 US-Dollar – so viel kostet der Chip, der ein vollständiger Computer  sein will. Doch welche Kompromisse gibt es zu dem Preis?  Die CPU ist zwar 1 GHz schnell, besitzt aber nur einen Kern. Der RAM ist  lediglich 512 MByte groß. Als Massenspeicher dient ein 4 GByte großer  Flashspeicher. Ein WLAN- und Bluetooth-Modul sorgen für drahtlose  Verbindungen.  Das Linux-Betriebssystem ist bereits vorinstalliert, zum Start muss  der Chip nur verkabelt werden. Da es nur einen USB-Port gibt, ist für  den Desktopbetrieb mit Maus und Tastatur ein USB-Hub notwendig. Die  Stromversorgung übernimmt ein USB-Netzteil. Für den Anschluss an den  Composite-Eingang eines Fernsehers ist ein Adapterkabel erforderlich.  Die maximale Auflösung ist relativ klein. 

Viel Spaß macht der Desktopbetrieb nicht. Dafür fehlen dem  Rechner die Ressourcen. Das gilt auch für den Einsatz als Mediencenter.  Der Chip kann zwar Videos abspielen. Das Mediencenter-Programm Kodi  läuft aber nicht auf dem Rechner. 

Besser eignet sich der Chip als Retrospielekonsole. Ältere Systeme werden  nach etwas Feintuning problemlos emuliert. Jüngere Oldtimer überfordern  aber den Computer. Mit dem Akkuanschluss und einem LiPo-Akku wird der  Chip zur Basis für einen Gameboy Marke Eigenbau. 

Auch Bastler sollten auf jeden Fall einen Blick auf den Chip werfen. Er  ist nur ein wenig größer als der Raspberry Pi Zero, leistungsfähiger als  dieser und die Funktechnik ist bereits integriert. 

Über die Pinleisten auf dem Chip lassen sich nicht nur einfache  elektronische Bauteile anschließen.  Durch eine Reihe von verfügbaren Bussystemen sind auch komplexere  Aufsätze möglich. Der Hersteller nennt sie DIPs. So erhält der Chip mit  dem entsprechenden Aufsatz auch eine HDMI-Schnittstelle. 

Dadurch sind deutlich bessere Bildschirmauflösungen verfügbar. Leider  ist darüber keine Tonausgabe möglich. Der Ton steht weiterhin nur über  die Klinkenbuchse zur Verfügung. 

Der Chip ist beim Hersteller für 9 US-Dollar verfügbar. Der HDMI-Aufsatz  ist mit 15 US-Dollar deutlich teurer. 

Für die Fans alter Videospiele und für Bastler sind die 9 US-Dollar  durchaus gut angelegt. Wer hingegen eine Mediencenter-Lösung sucht  oder einen Zweitdesktop, sollte besser zum aktuellen Modell des  Raspberry Pi greifen. 

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