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Video: Phase One IQ4 ausprobiert

Die Phase One IQ4 ist das Mittelformatsystem mit der höchsten Auflösung, das zur Zeit erhältlich ist. Wir haben die Profikamera getestet.

Video veröffentlicht am
Phase One IQ4 ausprobiert

Das Mittelformatsystem IQ4 des dänischen Herstellers Phase One ist derzeit die Digitalkamera mit der höchsten Auflösung auf dem Markt. Bei maximal 150 Megapixeln sind selbst kleinste Details noch erkennbar.

Für diese Bildqualität müssen an anderer Stelle Abstriche gemacht werden. So ist die IQ4 deutlich größer und schwerer als eine normale digitale Spiegelreflexkamera. Je nach Objektiv wiegt sie schnell mal 4 Kilogramm. Da ist ein Rollkoffer für die Ausrüstung schon praktisch. Andererseits ist sie natürlich auch nicht als Reportagekamera gedacht – sie richtet sich eher an professionelle Studio- oder Architekturfotografen. Die IQ4 kommt überall dort zum Einsatz, wo extrem hohe Auflösungen gefordert sind – zum Beispiel in der Reprofotografie. Ihr 6 x 6 Zentimeter großer Sensor sitzt hinter einem Schlitzverschluss und einem Zentralverschluss und ist austauschbar.

Nach dem Einschalten benötigt das Linux-System der Kamera gut 20 Sekunden zum Booten. Bedient wird die IQ4 über zwei Touchscreens, einen oben auf der Kamera und einen auf der Rückseite, sowie über verschiedene Einstellräder und Knöpfe.

Beide Bildschirme sind gut ablesbar. Einstellungen wie die Programmwahl auf dem oberen Display vorzunehmen, ist etwas schwierig. Es ist doch recht klein und entsprechend sind auch die Schaltflächen nicht immer gut zu treffen. Auf dem großen hinteren Bildschirm ist das einfacher.

Die Tasten können natürlich individuell belegt werden. Es lassen sich auch Nutzungsprofile für Aufnahmesituationen erstellen.

Eine Reihe praktischer Funktionen sollen sicherstellen, dass die Bilder der Kamera die bestmögliche Qualität haben. Dazu gehört etwa Vibration Detect: Die Kamera registriert Bewegungen und löst erst aus, wenn sie still steht. Oder der Focus Trim, der Objektiv und Gehäuse aufeinander abstimmt, damit der Autofokus den Schärfepunkt genau richtig setzt - ein 150-Megapixel-Sensor verzeiht keine Unschärfen. Dank integrierter Fokus-Stacking-Funktion lässt sich ein deutlich größerer Bereich scharf abbilden, als es optisch möglich wäre. Dazu werden mehrere Bilder kombiniert.

Beim Entwickeln der Bilder schleicht sich unwillkürlich ein Lächeln auf unser Gesicht. Die technische Qualität der Fotos ist konkurrenzlos: Auch bei hohen ISO-Werten gibt es kaum Rauschen, die optische Güte der Objektive ist hervorragend. Für die Nachbearbeitung empfiehlt sich ein sehr flotter Rechner: Die Raw-Dateien sind gut 200 Mb groß.

Ein komplettes System mit Kamera, Prismensucher und einem Schneider-Kreuznach-Objektiv kostet knapp etwa 40.000 Euro – Netto, versteht sich.

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