Video: VW ID. Buzz im Praxistest

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VW ID. Buzz im Praxistest

Wie schlägt sich der elektrische Bulli von VW in der Praxis? Um das herauszufinden, sind wir mit dem ID.Buzz im Herbst rund 1.700 Kilometer in Deutschland unterwegs gewesen. Dabei interessierten uns vor allem die elektrische Reichweite, die Ladegeschwindigkeit sowie die Routenplanung und das Infotainmentsystem. Diese Funktionen hatten wir auf einer ersten Fahrveranstaltung vor einem Jahr in Kopenhagen noch nicht ausgiebig testen können.

Bislang hat VW nur die Kurzversion des ID.Buzz mit einer Länge von 4,76 Metern auf den Markt gebracht. Die Langversion soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2024 bestellbar sein.

Doch auch die Kurzversion bietet schon reichlich Stauraum. In Kombination mit einer zweiten Ebene im Kofferraum ergibt sich eine durchgängige Fläche von 2,23 Metern Länge.

Die Schiebetüren lassen sich per Knopfdruck öffnen und schließen. Die Anhängerkupplung fährt ebenfalls halbautomatisch ein und aus. Die ungebremste Anhängelast beträgt 750 Kilogramm.

Die Tablethalter für die Passagiere im Fonds wirken aber etwas klapprig. Gegen Aufpreis gibt es unter dem Beifahrersitz eine 230-Volt-Steckdose. Das Armaturenbrett unterscheidet sich von den anderen Elektroautos von VW. Das kleine Display hinter dem Lenkrad liefert nur wenig Infos. Diese lassen sich durch die Lenkradtasten jedoch verändern.

Das Zentraldisplay hat eine Bilddiagonale von 12 Zoll. Mit der geplanten Modellpflege im Sommer 2024 soll der ID.Buzz ein Head-up-Display und einen etwas größeren Zentralbildschirm erhalten. Zudem soll die Leistung des Heckmotors um 40 Prozent auf 210 Kilowatt steigen. Das Infotainmentsystem funktioniert in der Softwareversion 3.2 in der Regel zuverlässig und flüssig.

Es kann jedoch schon mal passieren, dass sich die Navigation aufhängt und die minutenlang die Route nicht berechnen kann. Genervt hat uns mehrfach die Vorgabe des Systems, am Ziel mit einem Mindestladestand von zehn Prozent ankommen zu wollen. Außerdem lassen sich die vom System vorgeschlagenen Ladestopps nicht entfernen.

Generell liefert die ID-Software aber eine übersichtliche Darstellung der geplanten Ladestopps und temperiert dann auch schon den Akku vor. Überrascht hat uns die hohe Ladeleistung von mehr als 180 Kilowatt. Dabei wird die maximale Ladeleistung recht schnell erreicht.

Auch bei einem Ladestand von 80 Prozent wurden noch mehr als 80 Kilowatt erreicht. Bei diesem Ladevorgang wurden in 30 Minuten 53,5 Kilowattstunden nachgeladen. Das entspricht einer Akkukapazität von fast 70 Prozent.

Der Verbrauch auf der Autobahnfahrt war für einen Kleinbus verhältnismäßig gering. Angesichts der großen Stirnfläche sind Werte zwischen 23 und 24 Kilowattstunden auf 100 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 km/h recht niedrig. Das ergibt eine rechnerische Reichweite von 330 Kilometern und Ladestopps etwa alle 230 Kilometer.

Der Wendekreis von gut 11 Metern macht den ID.Buzz zu einem agilen Fahrzeug in der Stadt. Dabei hilft auch die Rückfahrkamera. Auf der Autobahn hält der sogenannte Travel Assist gut die Spur. Der Spurwechselassistent hat uns jedoch nicht überzeugt. Sehr häufig hat das System den Spurwechsel kurz vor dessen Ende abgebrochen, so dass der Fahrer eingreifen musste.

Im Stau funktioniert das Stop-and-go-Fahren recht gut. Die Anfahrbereitschaft wird im Display angezeigt.

Insgesamt ist der ID.Buzz ein elektrischer Kleinbus, mit dem das Fahren Spaß macht und auch lange Strecken mit häufigeren Ladepausen gut zu bewältigen sind. Die Software hat immer noch ihre Tücken, dürfte in der kommenden Version, die anderen ID-Modellen schon im Einsatz ist, aber besser funktionieren.

Mit einem Startpreis von 64.500 Euro ist der ID.Buzz aber weiterhin kein günstiges Autos. Mit den von uns genutzten Extras steigt der Preis auf deutlich mehr als 70.000 Euro. Die Kaufprämie fällt zudem ab 2024 komplett weg. Derzeit liegen die Lieferfristen je nach Ausstattung zwischen drei und sieben Monaten.

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