Video: MG 4 Probe gefahren

Wir haben einen Ausflug mit dem MG 4 unternommen.

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MG 4 Probe gefahren

Der MG4 ist das erste Modell auf der Modular Scalable Platform (MSP). Das ist die Elektro-Plattform des SAIC-Konzerns. Für unseren Test hatte der Hersteller uns die Standardvariante des MG4 zur Verfügung gestellt.

Das Auto ist knapp 4,30 Meter lang und etwas über 1,80 Meter breit. Der Radstand beträgt 2,7 Meter. Das Fahrzeug wiegt je nach Ausstattung zwischen gut 1,6 Tonnen und gut 1,8 Tonnen. Es hat einen 125 Kilowatt (kW) starken Heckantrieb und einen Akku mit einer Kapazität von 51 Kilowattstunden (kWh).

Der Innenraum macht einen geräumigen Eindruck. Dazu trägt vorne die niedrige Mittelkonsole bei, die tiefer als die Sitzfläche ist. Aus dem Armaturenbrett ragt nur ein kurzer Vorsprung, auf dem sich ein Lade-Pad für das Smartphone und der Fahrtregler befinden. Das ist ein Rad, das aus der Neutralstellung in der Mitte nach links oder rechts gedreht wird.

Hinten ist Platz für drei Personen. Auch in der Mitte sitzt man bequem und hat genug Fußraum, was nicht selbstverständlich ist.

Das Bedienkonzept ist eher spartanisch: Unter dem zentralen Display befinden sich einige wenige Schalter, etwa für die Klimaanlage, den Warnblinker und die Home-Taste für das Infotainmentsystem. Die meisten anderen Funktionen werden über das Display gesteuert.

Der MG4 beschleunigt in 7,7 Sekunden bis auf eine Geschwindigkeit von 100 km/h. Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 160 km/h an. Der 51-kWh-Akku hält erwartungsgemäß nicht so lange: Für eine etwa 140 Kilometer lange Strecke hauptsächlich über Land verbrauchten wir die Hälfte der Akkuladung, für eine 166 Kilometer lange Strecke auf der Autobahn rund 70 Prozent. Die maximale Ladeleistung beim Basismodell beträgt laut Hersteller 88 Kilowatt. Bei einem Ladestand von 31 Prozent kam das Fahrzeug an einem Schnelllader am Anfang auf knapp 54 kW, bei einer Außentemperatur im einstelligen Bereich. Der Hersteller geht von 37 Minuten Ladezeit von 10 auf 80 Prozent aus.

Negativ aufgefallen ist uns die eingeschränkte Sicht. Vor allem nach hinten hinaus ist wenig zu sehen: Wegen des Schräghecks ist die Heckscheibe relativ klein. Die ohnehin schon eingeschränkte Sicht wird durch die drei Kopfstützen zusätzlich behindert. Eine Rückfahrkamera fehlt.

Unser Testwagen hatte kein On-Board-Navigationssystem. Erst in einer teureren Ausstattungsvariante gehört es dazu. An Assistenzsystemen verfügt das Fahrzeug über einen Abstandsregeltempomat, einen Lenkassistenten sowie über eine Verkehrszeichenerkennung, die leider recht unzuverlässig ist. Wir bekamen teilweise geradezu abenteuerliche Werte angezeigt. Ein echter Ausreißer waren 120 km/h mitten in Hamburg.

Der Abstandsregeltempomat hingegen funktioniert recht gut. An der Ampel bremste das System verlässlich hinter einem wartenden Fahrzeug und fuhr auch selbstständig wieder an. Der Spurhalteassistent arbeitete hingegen nicht durchgehend zuverlässig. Teilweise reagierte er sehr spät, wenn das Auto schon fast die Spur verlassen hatte, korrigierte dann aber ziemlich abrupt.

Die von uns Probe gefahrene Standardvariante mit dem kleinen Akku kostet laut Website etwa 32.312 Euro.

Der MG4 ist ein günstiges Elektroauto der Kompaktklasse, das alltags- und bedingt langstreckentauglich ist. Größere Fehler fielen uns nur bei der Software auf, vor allem bei der Verkehrszeichenerkennung. Das wiederum ist etwas, das der Hersteller nachbessern und mit einem Update beheben kann.

Was für den MG4 spricht, ist sein Preis: Andere Fahrzeuge in der Klasse, etwa der Renault Mégane oder der VW ID.3, sind deutlich teurer.

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