Video: VW ID.3 Probe gefahren

Wir sind einen Tag lang mit dem ID.3 in und um Berlin herum gefahren.

Video veröffentlicht am
VW ID.3 Probe gefahren

Er ist der neue Hoffnungsträger des VW-Konzerns: Der vollelektrische ID.3 soll die Elektromobilität massentauglich machen.

Für einen Einstiegspreis von rund 30.000 Euro bei einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern will Volkswagen den Käufern eine Alternative zum Golf bieten. Die anfänglichen Software-Probleme sollen demnächst mit einem Update behoben werden. Bei einer Testfahrt mit einem neuen ID.3, wie ihn der Carsharing-Anbieter We Share verwendet, stellten wir daher weiterhin einige Defizite fest.

Was die Fahreigenschaften betrifft, gibt es am ID.3 jedoch wenig auszusetzen. Der Wagen mit einem Leergewicht von 1,8 Tonnen liegt gut auf der Straße.

Der Elektromotor mit seinen 150 Kilowatt Leistung beschleunigt das Auto in gut 7 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde.

Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. Das kommt der Reichweite zu gute.

Diese kann auch durch die Wahl der Fahrprofile beeinflusst werden. So verfügt der Sport-Modus über eine stärkere Beschleunigung.

Der ID.3 lässt sich per Gleichstrom mit bis zu 100 Kilowatt und per Wechselstrom mit bis zu 11 Kilowatt laden.

Allerdings fällt die Ladekurve offenbar stark ab.

So luden wir an einer Ionity-Säule innerhalb von 23 Minuten nur 12 Kilowattstunden nach. Bei einem Akkustand von 60 Prozent lag die Ladeleistung nur noch bei gut 30 Kilowatt.

Der ID.3 verfügt über zwei Displays im Innenraum. Das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad zeigt unter anderem die Geschwindigkeit und die Reichweite an.

Die Verkehrszeichenerkennung ist immer aktiv. Sie funktioniert einigermaßen zuverlässig, aber alles andere als perfekt.

Im Kombiinstrument können Details zur Fahrassistenz und zur Navigation eingeblendet werden.

Beim Infotainmentsystem scheint VW erste Kinderkrankheiten beseitigt zu haben. Manche Bedienkonzepte sind allerdings gewöhnungsbedürftig. So lässt sich im Navi eine alternative Route nicht dadurch auswählen, dass man auf die Route klickt.

Für die Klimaeinstellungen gibt es einen separaten Einschaltknopf im Display. Die Fahrassistenzsysteme werden nicht direkt angezeigt. Ebenfalls ein Manko: Ladenetzbetreiber wie Ionity oder Allego kennen das Navi offenbar nicht.

Der Abstandsregeltempomat funktioniert zuverlässig. Im Stau klappt das automatische Anfahren gut. Alternativ lässt sich ein Geschwindigkeitsbegrenzer einstellen.

Über einen Lenkassistenten, den sogenannten Travel Assist, verfügte das Testauto System nicht. Der Spurhalteassistent kann lediglich verhindern, dass das Fahrzeug beispielsweise auf der Autobahn die Spur verlässt. Diese Funktion ist hingegen nicht in der Lage, das Fahrzeug in der Mitte der Spur zu halten.

Die Spracherkennung hat ebenfalls noch ihre Probleme, wie das Beispiel zeigt:

Ein Nachteil sind die schmalen Sehschlitze in der Heckscheibe. Die Sicht nach hinten ist nicht besonders gut.

Die Verarbeitung des ID.3 scheint Volkswagen inzwischen besser im Griff zu haben. Besondere Mängel sind uns nicht aufgefallen.

Der Eindruck, dass VW an allen Ecken und Enden an der Ausstattung gespart hat, drängte sich uns nicht auf.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von deutlich mehr als 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometer ist der Verbrauch des ID.3 jedoch recht hoch. Für den typischen Golf-Fahrer dürfte der Umstieg auf die Elektromobilität daher noch eine ziemliche Herausforderung bedeuten.

emdotjay 08. Dez 2020 / Themenstart

Ist der Verbrauch so hoch weil es im Moment auch Winter ist? Angeblich soll der verbrauch...

Kommentieren


Folgen Sie uns