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Video: Microsoft Modern Keyboard - Test

Guter Tastendruck, exzellente Verarbeitung und zuverlässige Bluetooth-Kommunikation: Das Modern Keyboard stellt sich in unserem Test als die fast perfekte Flachtastatur heraus. Ein paar Makel gibt es aber.

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Microsoft Modern Keyboard - Test

Die richtige Tastatur such sich ein vielschreibender Journalis aus, wie der Musiker sein Lieblingsinstrument. In der Golem.de-Redaktion gibt es viele Liebhaber von mechanischen Tastaturen mit und ohne taktilem Feedback. Einige schwören sogar auf das Urmodell IBM Model M. Und dann gibt es Redakteure, denen eine möglichst flache Tastatur mit Scissor-Schaltern zusagt. Eines dieser Produkte ist das Modern Keyboard mit Fingerprint ID, das ein inoffizieller Nachfolger des Surface Keyboard ist und diesem fast zum Verwechseln ähnlich sieht. Im Test stellt sich die Tastatur als eine sinnvolle Verbesserung zum Vorgänger und als eine der besten Flachtastaturen aus. Was für Mac-Nutzer das Apple Keyboard ist, ist unser Testmuster für die Windows-Welt. Beide Tastaturen haben nämlich einen ähnlich angenehmen Tastenanschlag, der mit etwa 63 Gramm spürbar, aber niemals ermüdend ist. Wichtiger Nebeneffekt der flachen Scissor-Schalter: das Tippgeräusch ist angenehm leise. Die Tasten des Modern Keyboard sind quadratisch und haben einen angenehmen Abstand zueinander. Die Tastenkappen haben zum Apple-Keyboard identische Kantenlängen von 15 Millimetern. Allerdings ist Microsofts flache Tastatur in einem eher kantigen Design gehalten. So oder so ist die Verarbeitungsqualität exzellent. Spaltmaße zwischen den Tastenkappen und der Schale sind sehr klein und das dunkelgraue Aluminium vermitteln einen hochwertigen Eindruck. Das Modern Keyboard steht auf dem runden Akku, der im Gegensatz zu den AAA-Batterien des Surface Keyboard fest verbaut ist und sich per USB-Kabel aufladen lässt. Insgesamt ist das Peripheriegerät nicht viel höher als ein 1-Cent-Stück. Allerdings lässt sich die Schräglage nicht verändern, wodurch sich die Tastatur nicht für jede Hand eignet. Ein Kritikpunkt ist zudem die bis auf wenige Statusanzeigen fehlende Tastenbeleuchtung. So wird etwa nur die Fn-Taste, Caps Lock und Funktionstasten über den Pfeiltastenmit weißem Licht versehen. In einem hellen Raum erkennen wir die schwachen LEDs aber kaum. Das Modern Keyboard wird per Bluetooth mit einem Hostgerät gekoppelt. Das verwendete Bluetooth 4.2 Low Energy funktioniert fast zu hundert Prozent zuverlässig. Außerdem konnten wir etwa 9 Wochen am Stück mit der Tastatur schreiben, ohne sie aufladen zu müssen. Einige wenige Male gibt es eine Eingabeverzögerung, bei der die Tastatur nicht reagiert. Das ist beim Schreiben von Texten egal, in Spielen kann das aber den Unterschied zwischen virtuellem Leben und Tod ausmachen. Gut also, dass wir bei Bedarf die Tastatur auch mit dem UBS-A-Kabel benutzen können. Auch ein UEFI-Bios oder ein Raspberry Pi erkennt die kabelgebundene Tastatur auf Anhieb – ein Vorteil, der dem Surface Keyboard noch fehlte. Ebenfalls praktisch ist der eingebaute Fingerabdrucksensor, mit dem wir uns in Windows zuverlässig anmelden können. Doch sind knapp 105 Euro für das Modern Keyboard gut investiert? Gegenfrage: Warum kauft sich ein Musiker eine teure E-Gitarre statt dem 80-Euro-Modell? Das bessere Tippgefühl, die Flexibilität durch Bluetooth und USB und die sehr gute Verarbeitungsqualität rechtfertigen den hohen Preis – ein würdiges Pendant zum Apple-Keyboard mit Windows-Layout.

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