Video: Wie aus Schrott reines Kupfer wird - Reportage

Wir haben uns Kupferrecylcling bei Aurubis in Hamburg angesehen - und uns in der Hütte die Barthaare versengt.

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Wie aus Schrott reines Kupfer wird - Reportage

Schrott ... Schrott so weit das Auge reicht. Das Hamburger Unternehmen Aurubis verarbeitet jährlich mehrere hunderttausend Tonnen Recyclingmaterial.

Daraus wird am Ende Kupfer – mit einem Reinheitsgrad von 99,99 Prozent.

Der Prozess beginnt hier: Die Rohstoffe werden nach Art, Reinheit und Lieferant sortiert. Dabei müssen viele Proben genommen und ausgewertet werden, um den richtigen Preis für die Schrotthändler zu kalkulieren. Wenn ein Lieferant versucht, beim Gewicht zu schummeln – etwa indem alte Kupferrohre mit Beton ausgegossen werden – fliegt das mit Sicherheit auf.

Das Rohmaterial liegt in verschiedenen Formen vor: geschreddert, in Paketen ... oder einfach als großer Schrotthaufen.

Metalle und Reststoffe werden zunächst maschinell grob getrennt.

In einem zweiten Schritt wird reiner Kupferschrott hinzugefügt und eingeschmolzen. Die entstehenden Gase reinigt eine Wasch- und Kühlanlage. Aus ihnen lässt sich Schwefelsäure gewinnen, die in Düngemitteln zum Einsatz kommt.

Im sogenannten Anodenofen wird das immerhin schon 99,5 Prozent reine Kupfer in Formen – die Anoden – gegossen. Sie wiegen über 400 Kilogramm und enthalten neben Kupfer auch Edelmetalle und andere Verunreinigungen. Ein paar Hundert Meter weiter ist es um einiges kühler, dafür aber laut. Hier findet die Ernte des hochreinen Kupfers statt.

Oton Christian Plitzkow Supply Chain Management Aurubis

Übrig bleibt eine hochgiftige, arsenhaltige Substanz, die sich momentan nicht weiterverarbeiten lässt. Sie wird in stillgelegten Salzbergwerken eingelagert. Seit einem Skandal um Schwermetalle in den 80er Jahren gehen bei Aurubis bis zu 30 Prozent der Investitionen in den Umweltschutz. Der Konzern sieht sich beispielsweise als Spitzenreiter bei der Verminderung von Schwefeldioxid-Emissionen. Demzufolge rauchen die Schornsteine in Hamburg auch nicht – nahezu nur Wasserdampf und heiße Luft verlassen die Anlage.

Die reinen Kupfererzeugnisse hingegen machen sich per Zug oder Lastwagen auf den Weg zum Kunden. Wenn sie dann weiterverarbeitet, genutzt und letztendlich entsorgt sein werden, beginnt der Kreislauf von Neuem.

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