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14.12.2014 / 12:00

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Rock n' Roll Racing (1993) - Golem retro_

Rock n' Roll Racing war das bis heute letzte Rennspiel von Blizzard. Es lässt historisch gesehen aber bereits viele der Entwicklungsphilosophien des Hit-Entwicklers erkennen, die sie zu Diablo, Starcraft und Warcraft geführt haben, allen voran: Gameplay first.

Rock n' Roll Racing (1993) - Golem retro_

Video: Rock n' Roll Racing (1993) - Golem retro_ (6:59)

Sprechtext

Heute kennen wir sie als Blizzard, Anfang der Neunziger hieß das Studio rund um Mike Morhaime und Paul Pearce aber noch Silicon & Synapse. Man mag es kaum glauben, aber die Schöpfer bekannter PC-Marken wie World of Warcraft oder Starcraft entwickelten zu jener Zeit exklusiv für Heimkonsolen. Die größte technische und spielerische Meisterleistung gelang ihnen dort unserer Meinung nach mit Rock N' Roll Racing, das 1993 auf dem Super NES von Nintendo erschien.

Aus heutiger Sicht

Das spielerische Grundgerüst für das bis heute letzte Rennspiel von Blizzard war bewährt. Rock N' Roll Racing wurde wie zahlreiche andere Genrevertreter aus der isometrischen Sicht gespielt. Der Fokus lag neben sauberen Kurveneinlagen auf Action. Die Vehikel konnten Raketen abfeuern, Minen hinter sich ablegen oder mit einem Nachbrenner einen Turboschub auslösen.

Während der Solokampagne bemühte sich der Spieler primär darum, in einer Saison genügend Punkte zu sammeln, um in eine nächsthöhere Division aufzusteigen. Wichtig dabei war das stetige Verbessern des Autos. Die Garage bot Upgrades für das Chassis, den Motor, die Reifen und die Waffensysteme. Da die Konkurrenten in den höheren Klassen mit schnelleren Boliden antraten, musste auch der Spieler sein Gefährt irgendwann austauschen oder es immer weiter mit Upgrades verbessern.

Optional konnte die Kampagne auch mit einem zweiten Spieler bestritten werden. Dann war sogar Teamplay gefragt, denn nur wenn beide Spieler gemeinsam genügend Punkte sammelten, ging es auch für beide eine Division nach oben.

Während die meisten Rennspiele bis 1993 gesichtslose KI-Gegner auf die Pisten schickten, gab es in Rock N' Roll Racing echte Typen. Spieler übernahmen die Rolle von Snake, Jake, Tarquinn, Katarina, Ivan und Cyberhawk. Über Cheatcodes konnten noch zwei weitere Charaktere freigeschaltet werden: Unter anderem Olaf der Vikinger, den Spieler bereits aus The Lost Vikings kannten. Alle Helden hatten ein paar unterschiedliche Attribute, was zum mehrmaligen Probefahren motivierte. Jede Division bot außerdem noch einen Oberbösewicht, der in den Rennen meist der stärkste Gegner war, wenn es um den ersten Platz ging.

Technik & Entwicklung

Das Erste, woran sich Spieler heute erinnern, wenn sie an Rock n' Roll Racing denken, ist die monumentale Soundkulisse. Die fetzigen Sprachsamples kamen von dem bekannten Sprecher Larry "Super Mouth" Huffman. Die lizensierten Musikstücke von Black Sabbath, Henry Mancini, Deep Purple, Steppenwolf und George Thorogood boten eine weitaus motivierende Soundkulisse als die bis dahin üblichen generischen Fahrgeräusche ähnlicher Genrevertreter. Rock N' Roll Racing war zwar nicht das erste Rennspiel mit lizensierter Musik, wohl aber das mit der stimmigsten Auswahl und ebnete in diesem Bereich seinerzeit den Weg.

Born to be Wild, Paranoid und Co wurden dabei durch die Soundfähigkeiten des Super NES ansprechend rekonstruiert. Die Konsole erzeugte verschiedene synthetische Gitarren und Drums bei gleichzeitiger Sprachausgabe und Effekten wie quietschende Reifen und Explosionen. Der im Vergleich schwächere Soundchip in Segas Mega Drive konnte keine vergleichbare Leistung bringen - immer wenn auf Segas Konsole ein Sprachsample eingestreut wurde, setzten ein paar der Instrumente aus, weshalb viele Spieler sie in den Optionen deaktivierten. Auch die Songs selbst waren auf dem Mega Drive nicht so überzeugend umgesetzt wie aus dem SNES: (Musikvergleich)

- einen Trumpf hatte Segas Variante aber dann doch: Der Soundtrack wurde um das Stück "Radar Love" von Golden Earring erweitert. Die Grafik war ein großer Schritt voran im Vergleich mit dem Vorgänger RPM Racing. Inhaltlich konnte der Vorläufer zwar mithalten, spielerisch dagegen nicht. Besonders das Fahrgefühl war weniger straff und direkt. Durch die farbenfrohen Hintergründe und individuellen Umgebungen wirkten die Strecken in Rock N' Roll Racing viel besonderer.

Einen offiziellen Nachfolger ließ Publisher Interplay ohne Blizzard für die Playstation produzieren. 2013 versuchte sich das Yard Team an einem Remake über Steam mit dem Namen Rock N' Roll Racing 3D. Durch die Nutzung von Spielinhalten des Originalspiels wurde es allerdings in Valves Onlineplattform gesperrt. Inzwischen wurde das Projekt in Motor Rock umbenannt. Das Original selbst wurde 2001 für den Game Boy Advance neu aufgelegt. Die mobile Variante stand der SNES-Version spielerisch in nichts nach. Primär wurden das Speichersystem und das Bildformat überarbeitet.

Rock N' Roll Racing heute spielen

Rock N' Roll Racing macht heute nicht weniger Spaß also vor 20 Jahren. Die flüssige Steuerung geht schnell ins Blut über. Rasen, Driften, Aufrüsten und Ballern haben seitdem nur wenige Rennspiele so stimmig umgesetzt wie seinerzeit Blizzard. Der Spaß ist zudem Plattform-unabhängig. Eine Runde Rock N' Roll Racing in der Bahn auf dem Game Boy Micro macht genauso viel Spaß wie daheim auf der Couch vor dem Fernseher. Eine Sache werden allerdings alle schnell vermissen: Eine Fassung mit Mehrspielermodus für bis zu 4 Spieler.

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