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Video: Wochenrückblick KW 25 2018

Im Golem.de-Wochenrückblick für die Woche vom 17. bis 22. Juni 2018 geben wir einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse in der IT- und Technikwelt.

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Wochenrückblick KW 25 2018

Etappensieg für Leistungsschutzrecht

[Anmoderation] Die Verfechter eines schärferen Urheberrechts in der Europäischen Union haben einen wichtigen Teilsieg errungen. Doch die Pläne für ein Leistungsschutzrecht und verpflichtende Uploadfilter könnten noch gestoppt werden.

[Bericht] Die Proteste von Netzaktivisten, Internetpionieren und IT-Wirtschaft waren vergebens. Der Rechtsausschuss des Europaparlaments hat am Mittwoch mit knapper Mehrheit für die Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts votiert. Zudem wollen die Abgeordneten die Haftungsregeln für Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten deutlich verschärfen. Dort sollen mit allen Rechteinhabern Lizenzverträge abgeschlossen werden. Ebenfalls sollen sie mit Hilfe von Uploadfiltern verhindern, dass geschütztes Material ohne Lizenz hochgeladen wird. Doch der Beschluss kann noch gestoppt werden. Gegner der Pläne wollen Anfang Juli das Plenum des Europaparlaments darüber abstimmen lassen. Der Ausgang der Abstimmung ist derzeit offen.

Otto Up chancenlos

Der Versandhändler Otto will Kunden mit einer Lieferflatrate namens Otto Up binden. Für 19 Euro im Jahr fallen die Versandgebühren für Pakete weg. Gegen die Konkurrenz von Ebay und Amazon dürfte der Dienst chancenlos sein, wie unser Vergleich gezeigt hat: Lieferungen per Spedition werden extra berechnet und auch sonst ist Up längst nicht so komfortabel wie Ebay Plus oder Amazon Prime.

Home ortet Nutzer

Googles Home- und Chromecast-Geräte sind für einen Angriff verwundbar, mit dem die Nutzer der Geräte extrem gut lokalisiert werden können. Genutzt wird dafür das sogenannten DNS-Rebinding. Nach anfänglichem Zögern will Google die Sicherheitslücke mit einem Update im Juli schließen.

Homepod in Deutschland

[Anmoderation] In dieser Woche ist Apples Homepod für 350 Euro in Deutschland auf den Markt gekommen. Wir haben uns Siri auf Deutsch angehört und den smarten Lautsprecher mit vier Geräten der Konkurrenz verglichen.

[Bericht] Mit einem Preis von 300 Euro geht der Preis-Leistungs-Sieg an den Link 300 von JBL, der bereits einen druckvolleren und viel differenzierteren Klang als der Apple-Lautsprecher liefert. Der Klang-Testsieg geht mit noch deutlicherem Vorsprung vor dem Homepod an den 400 Euro teuren Link 500, der ebenfalls von JBL ist. Er klingt sehr schön räumlich, hat ein nochmals kräftigeres Bassfundament und liefert ein klar getrenntes Frequenzspektrum. Die deutsche Siri ist derzeit ebenfalls noch keine Gefahr für die Konkurrenz von Amazon und Google. Der digitale Assistent klingt nicht so natürlich wie Amazons Alexa, außerdem fehlen etliche Funktionen wie zum Beispiel die Möglichkeit, mehrere Timer zugleich auf Zuruf einzustellen.

Mensch diskutiert mit Maschine

IBM hat ein KI-System entwickelt, das in Debatten gegen eine Menschen antreten soll. Das System versteht natürliche Sprache, kann Argumente aus freier Rede herausfiltern, sie analysieren und darauf antworten. Ein erster Test gegen zwei Debatten-Experten verlief 1:1 unentschieden.

Sabotage bei Tesla?

Tesla-Chef Elon Musk hat in dieser Woche mitgeteilt, ein Mitarbeiter sei dabei ertappt worden, wie er den Programmcode des Produktionssystems manipuliert habe. Außerdem soll er vertrauliche Daten kopiert haben. Musk verdächtigt die Konkurrenz, dahinter zu stecken. Der Beschuldigte soll gestanden haben. Tesla hat ihn angezeigt.

Youtube Music im Test

[Anmoderation] Google hat Youtube Music in Deutschland gestartet. Wir haben den neuen Musikstreamingdienst getestet. Die Gratisversion ist leider so gut wie unbenutzbar und damit keine Konkurrenz zu Spotifys Gratisangebot.

[Bericht] Auch das kostenpflichtige Abo Youtube Music Premium hat noch viele Schwächen. In der Rubrik der Hörbücher gibt es etwa deutlich weniger als bei der Konkurrenz von Apple Music oder Spotify. Bislang kann Youtube Music nicht auf Google-Assistant-Lautsprechern genutzt werden. Die Verzahnung des üblichen Musikstreaming-Sortiments mit den Youtube-Inhalten ist durchaus sinnvoll, aber der Mehrwert im Vergleich zu einem Musikstreamingabo eines anderen Anbieters ist derzeit gering.

1,2 GBit/s beim Endkunden

Wir haben uns angesehen, wie die Deutsche Telekom in der Winterfeldtstraße in Berlin das drahtlose Multi-Node-System von Facebook testet. Sie nennt es Virtual Fiber, die Technik ist eine Wireless-to-the-Building-Topologie. Bei den Tests kommt eine Datenübertragungsrate von 1,2 GBit/s beim Endkunden an, allerdings geteilt unter allen angeschlossenen Haushalten.

Rebble für Pebble

Ende Juni 2018 werden der App Store und die Serverdienste für die Smartwatch abgeschaltet. Eine Gruppe mit Namen Rebble will einen Teil der Infrastruktur nachbilden und die Uhren weiter benutzbar machen. Die Gruppe hat diese Woche mitgeteilt, dass Anmeldungen bereits möglich sind.

Trump will Weltraumtruppe

US-Präsident Donald Trump hat die Gründung einer Weltraumtruppe angekündigt. Was sie tun soll, weiß niemand genau. Im Kompetenzwirrwarr des US-Militärs geht es wohl hauptsächlich um eine Entmachtung der Air Force. Auch ob es überhaupt zur Gründung der eigenständigen Space Force kommen wird, ist unklar - die Entscheidung darüber liegt nicht beim Präsidenten, sondern beim Kongress.

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