Video: Wochenrückblick KW 27 2020 - Schnell und billig

Im Golem.de-Wochenrückblick für die Zeit vom 26. Juni bis zum 3. Juli 2020 fassen wir die wichtigsten Ereignisse der IT- und Technikwelt zusammen.

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Wochenrückblick KW 27 2020 - Schnell und billig

Das kann DDR5

Wir haben uns in dieser Woche mit dem kommenden DDR5-Standard beschäftigt: Dieser neue Typ von Arbeitsspeicher wird 2021 Einzug in Serversysteme und in Desktop-PCs halten. Optisch ändert sich von DDR4 auf DDR5 wenig, einzig die Kontaktkerbe der Module ist ein wenig verschoben. Intern arbeitet DDR5 mit zwei 32-Bit- statt einem 64-Bit-Bus, was feingranularere Zugriffe seitens der CPU ermöglicht. Hinzu kommen doppelt so viele Speicherbankgruppen, ein verdoppelter Prefetch und ein verbesserter Refresh. DDR5-3200 weist daher verglichen zu DDR4-3200 ein Drittel mehr effektive Bandbreite auf, bis hin zu DDR5-8400 ist derzeit angedacht. Die Kapazität pro Chip steigt von 16 GBit auf 64 GBit, so sind 1-TByte- statt 256-GByte-Module möglich. Überdies ist DDR5 sparsamer als DDR4.

Erste 8-TByte-Consumer-Sata-SSD

Bisher gab es im Consumer-Segment keine 8-TByte-SSD mit Sata-Anschluss, die 870 QVO von Samsung ändert das. Die SSD im 2,5-Zoll-Formfaktor folgt auf die bisherige 860 QVO und weist aktualisierte Technik auf: Der Controller wurde optimiert und beim Flash-Speicher nutzt Samsung den schnellen V-NAND v5 statt den V-NAND v4. Im direkten Vergleich liest und schreibt die 870 QVO daher ein kleines bisschen schneller als die 860 QVO. Beide SSD setzen allerdings auf langsamen QLC-Speicher und benötigen einen SLC-Puffer für volle Geschwindigkeit. Ist dieser voll, sinkt die Transferrate auf 160 MByte/s. Für große Spiele-Bibliotheken eignet sich die 870 QVO dank viel Kapazität und niedrigem Preis jedoch gut.

Günstig geht gut

Es muss nicht immer 1.000 Euro kosten: Golem.de hat drei Notebooks unter 400 Euro getestet und war recht zufrieden. Das Acer Swift 1 ist für uns der klare Sieger. Die Leistung ist für Büroarbeiten ausreichend und der Akku erfreulich ausdauernd. Medion baut mit dem Akoya E3321 ein solides Convertible, das auch als Tablet-Ersatz dienen kann. Vom Trekstor Peaq S130 Slim würden wir abraten: Es ist zwar günstig und hat ein gutes Display, liefert aber keine guten Leistungswerte und eine zu kurze Akkulaufzeit.

Echo Auto im Test

Mit Echo Auto bringt Amazon für 60 Euro eine komfortable Sprachsteuerung in das Auto, wie unser Test gezeigt hat. Echo Auto hat den größten Funktionsumfang eines Alexa-Geräts. Zur Verwendung ist zwingend ein Smartphone nötig. Das hat den Vorteil, dass auf Zuruf mittels Google Maps respektive Apple Karten navigiert werden kann. Auch Anrufe lassen sich mit einem Sprachbefehl annehmen oder führen. Das alles klappt mit Android-Geräten viel besser als mit iPhones.
Bei älteren Automodellen ohne Bluetooth und Klinkenbuchse ist Echo Auto nur mit weiterem Zubehör nutzbar. Es wäre sinnvoll gewesen, wenn Amazon gleich einen UKW-Transmitter eingebaut hätte. Außerdem fehlt uns ein Akku. Echo Auto muss für die Stromversorgung immer verkabelt werden, was unkomfortabel ist.

Videostreaming in Deutschland

Es ist beliebt, sich die Kosten für Videostreamingabos mit anderen zu teilen. Durch Streamparty kann auf Netflix, Disney+, Youtube und neuerdings Prime Video virtuell gemeinsam geschaut werden. Seit dieser Woche ist Disney+ erstmals außerdem mit 4K-Inhalten und Dolby Atmos nutzbar.

Apple DTK

Apple hat erste Developer Transition Kits ausgeliefert: Dieser spezielle Mac Mini soll Entwicklern helfen, von x86 auf ARM umzusteigen. Im DTK steckt Apples A12Z Chip, der trotz Rosetta-2-Emulationsschicht im x86-Geekbench schneller rechnet als ein Snapdragon 8cx mit nativem ARM-Code.

Traffic zum Cyberbunker

Auch nach der Beschlagnahme der Server im Cyberbunker fällt noch einiges an Traffic an, wie zwei Forscher vom Internet Storm Center mitgeteilt haben. Sie haben den Datenverkehr untersucht und unter anderem Botnetzwerke entdeckt, die ihre ehemaligen Command-and-Control-Server erreichen wollen. Auch Zugriffsversuche auf Phishingdomains und einem Werbenetzwerk fallen weiter an.

Autonomes Fahren reguliert

Vom kommenden Jahr an könnten selbstfahrende Serienautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Das Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften hat einen Regulierungsvorschlag beschlossen. Die Zulassungskriterien könnten am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Damit könnte ein Fahrzeug selbstständig auf der Autobahn im Stau fahren. Die Fahrer müssten das Fahrgeschehen nicht mehr permanent überwachen.

Urteil gegen Facebook

Nach mehr als sechs Jahren Prozessdauer hat es im Streit zwischen Facebook und dem österreichischen Netzaktivisten Max Schrems das erste Urteil gegeben. Das Landesgericht Wien verurteilte das soziale Netzwerk zu Schadenersatz in Höhe von 500 Euro. Facebook hatte Schrems auf Anfrage nicht sämtliche gespeicherten Daten herausgegeben. Andere Klagepunkte wies das Gericht zurück. Schrems will in Berufung gehen.

400-TByte-Bandlaufwerk

Fujifilm will künftig Tapes auf Basis von Strontiumferrit statt Bariumferrit entwickeln. Die Speicherdichte soll damit auf 224 GBit pro Zoll steigen, was 400-TByte-Bandlaufwerke ermöglichen würde. Aktuelle LTO-8-Modelle sichern nur 12 TByte.

Face-Off

Disney entwickelt eine eigene Software, mit der Gesichter von Schauspielern auf andere Schauspieler gelegt werden können. Das Unternehmen will das künftig in eigenen Produktionen verwenden. Die ersten Ergebnisse sind sehr überzeugend und zeigen, dass dies bald geschehen könnte.

Flop für Jeff Bezos

Auch Amazon ist nicht immer erfolgreich. Mit dem PC-Actionspiel Crucible hat der Konzern einen riesigen Flop hingelegt. Wenige Wochen nach der Veröffentlichung will kaum jemand das Ding anrühren - obwohl es kostenlos ist. Jetzt muss Crucible zur Optimierung wieder zurück in die geschlossene Beta, neue Spieler können nicht einsteigen. Wir würden keine Wetten darauf abschließen, dass wir das Spiel jemals wiedersehen.

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