Video: Ferngesteuerte Autofahrt mit Vay
Noch erscheint es wie Zukunftsmusik, doch in wenigen Wochen ist es rechtlich in Deutschland erlaubt. Autos dürfen dann aus der Ferne über eine Mobilfunkverbindung durch den Verkehr gesteuert werden.
Das Berliner Unternehmen Vay Technology ist mit den ferngesteuerten Autos schon in Las Vegas unterwegs und könnte nun auch hierzulande seine Dienste anbieten. Zurzeit testet Vay seine Technik auf dem stillgelegten Berliner Flughafen Tegel.
Vay nutzt dazu einen umgebauten Kia Niro. Dieser verfügt lediglich über zusätzliche Kameras und eine optimierte Mobilfunkverbindung. Teure Laserscanner sind nicht erforderlich. Im Innern gibt es kaum Veränderungen, denn die Kunden müssen normalerweise das Fahrzeug selbst fahren.
Die Bestellung des Autos erfolgt per App. Dort wird angezeigt, wie lange die Anfahrt noch dauert. Auf dem Testgelände gibt es zwar keinen echten Verkehr, aber es lassen sich bestimmte Situationen simulieren. Vay verlässt sich bei der Steuerung auf eine redundante Mobilfunkverbindung, die den Standard 4G nutzt.
Sechs Kameras nehmen die Fahrzeugumgebung auf. Die Aufnahmen sind am Leitstand auf
drei Monitoren zu sehen. Dort kann der Fahrer das Fahrzeug aus der Ferne komplett steuern. Auf der Testfahrt funktionierte die Technik problemlos. Dabei müssen aus der Ferne auch Pylonen umkurvt werden. Hilfreich ist dabei die Anzeige der Fahrspur, was in der Verordnung vorgeschrieben wird.
Die Verordnung regelt auch die Anforderungen an die "fernlenkende Person", wie es heißt. Der Fernlenker muss mindestens 21 Jahre alt sein und seit mindestens drei Jahren einen Führerschein besitzen. Er darf gleichzeitig kein anderes Auto steuern.
In der App wird die Nutzung des Dienstes erläutert. Die Anlieferung ist nur innerhalb eines bestimmten Bereichs in Las Vegas möglich. Der eigentliche Fahrbereich ist hingegen nicht eingeschränkt. Die Rückgabe erfolgt ebenfalls wieder im markierten Areal. Jede selbst gefahrene Minute kostet 35 Cent, bei Zwischenstopps sind es noch 5 Cent.
Zur Nutzung des Dienstes müssen Kunden ihren Führerschein und ihre Zahlungsdaten hinterlegen.
Noch ist unklar, wo der Dienst in Deutschland zuerst angeboten wird. In Hamburg darf Vay jedoch schon ohne Sicherheitsfahrer unterwegs sein. Daher ist es gut möglich, dass Vay dort zuerst an den Start geht.
