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Video: Chuwi Higame im Test

Auf Indiegogo hat das Chuwi Higame bereits mehr als 400.000 US-Dollar erhalten. Der Mini-PC hat dank Kaby Lake G auch das Potenzial zu einem kleinen Multimediawürfel. Allerdings nerven die Lautstärke und ein paar Treiberprobleme.

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Chuwi Higame im Test

Kaby Lake G ist selten: Neben dem aktuellen NUC von Intel ist Chuwis Higame Mini-PC einer der wenigen Vertreter mit der interessanten Kombination aus Intel-CPU und Radeon-RX-Vega-M-Grafikeinheit auf einem Chip. Trotzdem findet ein solches System anscheinend viel Anklang: Anders lassen sich die mehr als 400.000 US-Dollar nicht erklären, die der chinesische Hersteller auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo bereits gesammelt hat.

Beim Auspacken des kleinen Higame verstehen wir auch, warum: Die Box ist nur einige Zentimeter breit und passt fast überall hin. Trotzdem ist die Rückseite des Gehäuses mit Anschlüssen übersät: Darunter zwei Displayport- und zwei HDMI-Buchsen fünf USB-3.0-Ports und ein Gigabit-Ethernet-Anschluss. An der Vorderseite ist sogar ein Thunderbolt-3-Anschluss zu finden. Die Möglichkeiten des kleinen Rechners scheinen daher sehr groß zu sein.

Unser erster Gedanke ist es, die Box als kleine Spielekonsole einzurichten. Dank Bluetooth und vorinstalliertem Windows 10 können wir daran etwa einen Xbox-One-Controller betreiben. Die generelle Leistung des Higame reicht dabei für die meisten Spiele völlig aus. Erwartungsgemäß liegt diese etwa auf dem Niveau des Intel NUC. Unser Modell mit Core-i5-CPU und RX Vega M GL mit HBM2-Speicher hat genug Rechenleistung für CSGO, Overwatch und Destiny 2  mit hohen Details in FullHD-Auflösung.

Das Problem liegt im Detail: Sobald wir die Hardware belasten, dröhnt der Lüfter furchtbar laut. Außerdem ist die Lüftersteuerung sehr träge: Wenn wir aus einem Spiel herausgehen, dann dauert es eine Weile, bis er wieder langsamer dreht.

Ein Blick in das Innere des Gerätes zeigt eine mögliche Ursache dafür. Ein einziger kleiner Lüfter muss eine Last von 90 Watt abführen. Dabei suggeriert die Deckplatte aus Aluminium zwei Lüfter im Gehäuse. Stattdessen lässt sich ein 2,5-Zoll-Laufwerk in einem dafür vorgesehenen Schacht einbauen. Das ist zwar eine gute Erweiterungsmöglichkeit, ein zweiter Lüfter wäre aber sicher sinnvoller. Positiv ist aber, dass wir bei Bedarf einen zweiten RAM-Riegel einbauen können. Weniger schön: Das Gerät unterstützt keine NVMe-SSDs, sondern nur vergleichsweise langsame SATA-3-Speicher.

Leider lässt sich abseits von Windows kein Linux nutzen. Das gilt auch für SteamOS, welches wir gerne auf der Box getestet hätten. Nervig wird es auch, wenn wegen eines Treiberproblems selbst das vorinstallierte Windows 10 abstürzt und einen Bluescreen ausgibt.

Der Startpreis von etwa 1.000 US-Dollar macht es noch schwieriger, sich einen Higame schönzureden. Dabei ist uns bewusst, dass das Gerät noch ein Prototyp ist. Potenzial hat die Hardware auf jeden Fall und durch die vielen Anschlüsse ist das Chuwi-Gerät der Referenz von Intel in diesem Teil überlegen. Für ein wirklich gutes Gerät muss der Hersteller aber noch etwas arbeiten.

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