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Video: Wochenrückblick KW 11 2018

Im Golem.de-Wochenrückblick für die Woche vom 10. bis zum 16. März 2018 geben wir einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse in der IT- und Technikwelt.

Video veröffentlicht am
Wochenrückblick KW 11 2018

Unseriöse Stimmungsmache  

[Anmod.] Nach Meltdown und Spectre gleich der nächste Schocker bei den CPU-Sicherheitslücken? So klang es kurzzeitig diese Woche. Doch die Veröffentlichung zu Ryzenfall war eher für die Entdecker peinlich als für AMD.   

[Bericht:] Die unbekannte Firma CTS-Labs aus Israel hat vermeldet, dass AMD kritische Sicherheitslücken in seinen aktuellen CPUs übersehen habe – was von vielen Medien aufgegriffen wurde. Tatsächlich sind die Sicherheitsprobleme zwar existent, aber weit weniger schlimm als beschrieben.   

Wer die Sicherheitslücken ausnutzen will, muss das Bios neu flashen oder auf dem angegriffenen Rechner bereits über Root-Rechte verfügen. Die Bedrohungslage ist damit für die meisten Nutzer übersichtlich. Die Veröffentlichung zu Ryzenfall, Chimera und Co beinhaltete zudem keinerlei technische Details, auch war AMD nicht wie üblich vorab unterrichtet worden.   

Für noch mehr Verärgerung sorgte außerdem, dass eine Analystenfirma den Tod von AMD vorhersagte und mit Leerverkäufen auf stark sinkende Aktienkurse setzte.  

Verräterische Dateien   

Eine Index-Datei in aus MacOS auf einen Webserver importierten Dateien sorgt für Probleme. Denn wenn diese auf einem Webserver liegt, könnten Angreifer mit einem neuen Tool vertrauliche Daten auslesen, wie das Projekt Internetwache herausgefand. Wer eine solche Ds-Store-Datei im Verzeichnis zu liegen hat, sollte sie umgehend entfernen.   

Troopers   

Die Sicherheitskonferenz Troopers hat diese Woche in Heidelberg stattgefunden. Dort wurde  eine Sicherheitslücke im nicht mehr gepflegten Mailprogramm Squirrelmail veröffentlicht. Das Problem: Die Software ist in eine Sicherheitslösung der Firma Check Point integriert und ermöglichte dort Angriffe. Weitere Schwerpunkte auf der Konferenz waren der generelle Umgang mit Sicherheitslücken und das meist unsichere Internet of Things.    

Stephen Hawking ist tot   

[Anmod:] Er galt als einer der brillantesten Denker der Gegenwart und war trotz seiner Krankheit für viele Späße zu haben. Am Mittwoch ist der britische Physiker Steven Hawking im Alter von 76 Jahren gestorben.   

[Bericht:]  

Steven Hawking studierte an den englischen Elite-Universitäten Oxford und Cambridge, wo er auch Professor wurde. Zu seinen wichtigsten Entdeckungen gehörte die Voraussage der Existenz von schwarzen Löchern. Hawking verstand es auch, die komplexe Materie der Kosmologie für Laien verständlich zu erklären, etwa in dem Buch Eine kurze Geschichte der Zeit.   

Der Physiker äußerte sich immer wieder auch zu politischen Themen. Er trat für die atomare Abrüstung ein, warnte vor dem Klimawandel und plädierte für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union.   

Trotz seiner schweren Krankheit, der Nervenlähmung ALS, wurde er 76 Jahre alt. Er starb - wie könnte es anders sein - an einem bedeutsamen Tag: Der 14. März ist der Pi-Tag und außerdem der Geburtstag des Physikers Albert Einstein.   

Trump legt Veto ein   

US-Präsident Trump hat die Übernahme von Qualcomm durch Broadcom untersagt. Er beruft sich dabei auf Bedenken zur nationalen Sicherheit. Broadcom aus Singapur wollte das US-Unternehmen Qualcomm für 130 Milliarden US-Dollar kaufen.   

Erfolglose deutsche Cloud   

Microsofts auf Datenschutz ausgelegte deutsche Cloud findet kaum noch Interessenten. Das Handelsblatt begründet die sinkende Nachfrage mit der zunehmenden Akzeptanz von herkömmlichen Cloud-Diensten in deutschen Unternehmen. Und dort gibt es flexiblere Angebote, etwa Microsofts eigenen Azure-Dienst.    

Frauenpower im Kino   

[Anmod.] Fünf Forscherinnen im geheimnisumwobenen Schimmer und eine neue Lara Croft: Wir haben diese Woche im Kino geballte Frauenpower erlebt, waren aber nicht immer zufrieden.   

[Bericht:] Seit Montag ist die Buchverfilmung Auslöschung bei Netflix zu sehen, für die große Kinoleinwand war sie angeblich zu intellektuell. Wir finden das nicht: Uns werden die Handlung und die Emotionen eher ZU genau erklärt. Und so erscheinen die fünf Wissenschaftlerinnen, die ein geheimnisvolles Phänomen erforschen, eher wie Pfadfinderinnen auf dem Selbstfindungstrip. Der Film ist aber immer dann großartige Science Fiction, wenn Regisseur Alexander Garland das Phänomen selbst – den sogenannten Schimmer - und seine Auswirkungen in den Vordergrund stellt. Wenigstens einmal sollte sich jeder das Werk anschauen.   

Im Kino ist seit Donnerstag die neue Lara Croft zu bewundern: Alicia Vikander verkörpert sie als zweite Oscar-Preisträgerin nach Angelina Jolie - und das viel menschlicher als ihre Vorgängerin. Wir finden ihre Interpretation der Games-Ikone beeindruckend. Leider gilt das nicht für den Rest des Films, der oft langatmig und wenig überzeugend ist. Auch die Rätsel sind nicht besonders herausfordernd - schade.    

Neue Regierung vereidigt   

[Anmod.] Fast sechs Monate nach der Bundestagswahl ist die neue Bundesregierung im Amt. Beim Thema Digitalisierung hat sie sich viel vorgenommen.   

[Bericht] Angela Merkel ist am Mittwoch mit knapper Mehrheit zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Die Koalitionspartner Union und SPD wollen das Thema Digitalisierung zu einem der Schwerpunkte ihrer Arbeit machen. Im Mittelpunkt steht der Ausbau der Glasfasernetze. Dazu will die Regierung notfalls Haushaltsmittel in Milliardenhöhe bereitstellen. Die Nutzung von Daten für neue Geschäftsmodelle ist den Parteien ebenfalls wichtig. Hier wird sich zeigen, ob dies immer mit dem Schutz der Nutzerdaten vereinbar ist. Koordiniert wird die Digitalpolitik künftig im Kanzleramt.  

Google verbessert VR   

Google arbeitet mit LG an extrem hochauflösenden OLED-Panels für VR-Headsets. Sie sollen 18 Megapixel pro Auge aufweisen - heutige Modelle haben nur gut 2 Megapixel. Für die Darstellung von VR-Inhalten experimentiert Google zudem mit Lichtfeldfotografie. Die Bildqualität ist viel besser als bei regulären 360-Grad-Fotos.  

Super Nt im Test   

Ein vollends digitales Super Nintendo ist das Super Nt. Die Retro-Konsole von Analogue Interactive setzt auf Hardware- statt Software-Emulation und bringt damit eine nahezu hundertprozentige Kompatibilität. Nur ernsthafte Speedrunner rümpfen die Nase über die minimal langsamere Videoausgabe, die dem HDMI-Ausgang geschuldet ist. Abseits davon bleiben keine Wünsche offen: Von leichter Konfigurierbarkeit über wunderschöne Scanlines bis hin zum Durchschleifen des Audiosignals bei Modulen mit Zusatzchips liefert die Retrokonsole fast das maximal Mögliche.   

Amazon auf Kundenfang   

Erstmals sind so etwas wie Einschaltquoten von Amazon Prime Video bekannt geworden. Interne Dokumente belegen, dass Amazon Serien produziert, um vor allem neue Abokunden zu gewinnen. Wenn eine Serie nicht genügend neue Prime-Kunden anlocken kann, wird sie abgesetzt.  

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