Video: Fret Zealot - Test
Mit einem ungewöhnlichen, aber naheliegenden Ansatz will Fret Zealot Käufern das Gitarrespielen beibringen. Bunte LEDs auf dem Griffbrett der Gitarre sollen das Lernen vereinfachen. Wir haben ausprobiert, ob das klappt oder nur als Deko taugt.
Farbige LEDs auf der Gitarre: Das beeindruckt, wirkt aber auch wie eine nutzlose Spielerei. Der Hersteller Edge Tech Labs will mit Fret Zealot das Gegenteil beweisen. Zusammen mit einer Smartphone-App sollen wir mit den LEDs Gitarre spielen lernen. Wir haben das Fret Zealot ausprobiert.
Die LEDs werden auf das Griffbrett aufgeklebt. Angesteuert werden sie über eine klobige Box. Mit der mitgelieferten Klammer befestigen wir sie eher schlecht als recht am Gitarrenkopf. Die Konstruktion ist fragil, die Kabelverbindung empfindlich. Beim Üben müssen wir aufpassen, die Technik nicht aus Versehen zu beschädigen.
Erst die zugehörige Smartphone-App für iOS und Android bringt die LEDs per Bluetooth zum Leuchten. Wir beginnen mit den Lerninhalten der App. Wir können gezielt Noten und Akkorde üben. Dabei zeigt uns die App an, welche LED-Farbe welchem Finger entspricht. Doch dann brauchen wir nicht mehr auf das Display zu schauen. Die LEDs zeigen uns die Fingerpositionen an.
Doch wie lernen wir nun tatsächlich spielen? Unter Lektionen werden wir fündig. Zuerst sind wir enttäuscht, dass nur ein Video startet. Doch dann beginnt auch unsere Gitarre zu blinken. Das Video und die LEDs sind synchronisiert. Statt weiter auf das Video zu schauen, hören wir nur zu. Unsere Augen richten wir die meiste Zeit auf das Griffbrett.
Nach den Lektionen wollen wir die ersten Lieder ausprobieren. Die App bietet eine umfangreiche Liste. Fans aller Genres werden auf ihre Kosten kommen. Wählen wir ein Lied aus, zeigen uns wieder die LEDs, welche Saite mit welchem Finger zu spielen ist.
Zum Einüben können wir die Noten und Akkorde im Orginaltempo abspielen lassen. Zum Lernen ist aber der AI-Modus sinnvoller. Hier pausiert das Abspielen bei jeder Note, bis wir den richtigen Ton treffen. Dabei wird das Smartphone-Mikrofon genutzt. Leider funktioniert die Ton-Erkennung nicht immer.
Wer vom Üben genug hat, nutzt die LEDs als bunte Partydeko. Dafür bietet die App einige Leuchtmuster zur Auswahl an. Der Akku hält dabei eine Stunde durch und ist weder eine Spaß- noch Lernbremse.
Das Lernen funktioniert mit dem Fret Zealot durchaus. Uns gefällt, dass unser Blick dabei stets auf dem Griffbrett bleiben kann. Kein stressiges Hin und Her zwischen einem Display und dem Griffbrett wie bei anderen Ansätzen. Bei einem Preis von 200 US-Dollar für das Set würden wir uns aber wünschen, dass wir das Fret Zealot nicht wie ein rohes Ei behandeln müssen.
