11.01.2013 / 11:56

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Archos Gamepad - Test

Das Archos Gamepad ist ein 7-Zoll-Tablet mit analogen Steuerungselementen. In unserem Test machten diese einen guten Eindruck, aufgrund der Hardware macht das Gerät letztlich aber wenig Spaß.

Archos Gamepad - Test

Video: Archos Gamepad - Test (5:26)

Mit dem Gamepad präsentiert Archos für 150 Euro ein Android-Tablet mit 7-Zoll-Display und analogen Steuerungselementen. Sticks und Knöpfe lassen sich für Android-Spiele konfigurieren, um die Touchscreen-Steuerung zu ersetzen. Das dafür benötigte Mapping Tool lässt sich intuitiv per Drag & Drop bedienen. Die gewünschte Taste oder der gewünschte Stick wird einfach mit der Stelle des Bildschirms verknüpft, an der sich das entsprechende virtuelle Element befindet. Zusätzliche Anpassungen helfen, die Genauigkeit der Eingabe zu optimieren.

Die Anordnung der Steuerungselemente fühlt sich für Konsolenspieler vertraut an. Knöpfe und Schultertasten liegen ohne zu wackeln im Gehäuse und haben einen sehr festen Druckpunkt. Im Vergleich mit aktuellen Handhelds wie der PS Vita oder dem Nintendo 3DS benötigen die Knöpfe einen etwas längeren Weg, bis sie den Kontakt auslösen und sie reagieren mit einem lauten Klicken.

Die Steuerung mit den analogen Sticks und Knöpfen funktioniert weitgehend zuverlässig, lediglich die Analogsticks reagieren ab und an etwas hakelig. Wie sehr dies spürbar ist, hängt außer von der baulich bedingten Schwergängigkeit auch von der ursprünglichen virtuellen Steuerung des jeweiligen Spiels ab. Generell sind die Analogsticks anfälliger für Fehlfunktionen als die Knöpfe, was an der virtuellen Fingerbewegung zu liegen scheint, die mit geringer Zeitverzögerung emuliert werden muss.

Das Gamepad unterstützt Single-Band-WLAN auf der Frequenz 2,4 GHz; ein UMTS-Modem ist nicht eingebaut. Einen GPS-Empfänger und Bluetooth hat das Tablet ebenfalls nicht. Die eingebaute VGA-Frontkamera reicht für Videotelefonie, für schöne Fotos aber eher nicht. Über einen Mini-HDMI-Anschluss kann das Gamepad an einen Monitor oder Fernseher angeschlossen werden.

Das Gehäuse aus Kunststoff ist gut verarbeitet, trotz der vielen Knöpfe knarzt es nicht. Durch die seitlichen Bedienelemente ist das Gamepad ein wenig länger als andere 7-Zoll-Tablets, etwa das Nexus 7. Trotzdem wiegt es mit 328 Gramm etwas weniger als das Tablet von Google.

Der 7-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln. Die maximale Helligkeit ist gering, bei starkem Licht sind Bildschirminhalte schwer zu erkennen. Zudem ist der Bildschirm nicht blickwinkelstabil und wirkt durch einen grobkörnigen Schleier immer etwas unscharf. Surft der Nutzer im Internet oder liest ein Buch, stört das körnig wirkende Bild sehr. Bei Filmen oder Spielen fällt dieser Schleier zwar weniger auf, sichtbar ist er dennoch. Wie für Android auf Tablets üblich, wird die Statuszeile nicht ausgeblendet, während ein Programm läuft. Dadurch geht ein Teil des Anzeigebereichs verloren, was gerade bei Spielen ein Nachteil ist.

Die zwei Lautsprecher auf der Vorderseite sind leise. Bässe und Höhen sind kaum wahrnehmbar. Dafür kommt es nur selten zu verzerrten Tönen.

Der Akku ist mit drei Stunden Wiedergabezeit bei 1080p-Videos eher unterdurchschnittlich ausdauernd. Wird das Gamepad zum Spielen verwendet, sinkt die Akkulaufzeit sogar auf knapp zwei Stunden.

Das Archos Gamepad wird mit Android 4.1.1 alias Jelly Bean ausgeliefert. Damit läuft es weitgehend flüssig; im Browser wie auch im Play Store gibt es dennoch einige kleine Ruckler. Standardprogramme wie Google Mail oder Maps werden zügig gestartet, aufwendigere Spiele brauchen hingegen deutlich länger beim Laden als auf anderen Geräten.

Im Inneren des Tablets arbeitet ein Dual-Core-Prozessor mit 1,6 GHz. Der Arbeitsspeicher ist 1 GByte groß, der Flashspeicher lediglich 8 GByte. Das Gamepad kommt bei sehr grafikintensiven Spielen zwar an seine Grenzen, sie lassen sich aber trotzdem noch gut spielen. So läuft der First-Person-Shooter Nova 3 zwar nicht komplett flüssig, zeigt aber auch keine Aussetzer.

Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis maximal 64 GByte ist vorhanden. Das ist besonders für aktuelle 3D-Spiele wichtig, die viel Speicherplatz beanspruchen.

Fazit

Das Archos Gamepad ist mit 150 Euro günstig; im Gebrauch sind die Folgen des niedrigen Preises allerdings spürbar. Nicht nur bei Bildschirm, Akku und Lautsprecher wurde gespart. Mit einem schnelleren Prozessor würden grafikintensive Spiele flüssiger laufen.

Mit dem Mapping Tool gelingt es Archos, die virtuelle Steuerung von Android-Spielen trotz einiger kleiner Probleme gut auf die physischen Steuerungselemente des Tablets zu übertragen. Besonders First-Person-Shooter lassen sich auf diese Weise komfortabler spielen.

Mit dem Archos Gamepad erhalten Android-Spieler ein Gerät, das dem Preis zwar angemessen ist, durch die verbaute Hardware aber in vielen Bereichen einfach zu wenig Spaß macht. Es wäre sinnvoller gewesen, das Gamepad mit besserer Ausstattung zu einem höheren Preis anzubieten. Das Steuerungskonzept alleine hat uns nämlich gut gefallen.

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throgh 21. Jan 2013

Also ich kann dir nur sagen, dass die Arbeit mit dem Gerät sehr viel Freude bereitet...

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